Wissen

Digitale Hoffnung bei Depressionen

Depression ist heute auch ein digitales Thema. Viele Betroffene suchen zuerst im Internet nach Informationen. Jede zweite Person in Deutschland hat online recherchiert. Unter Erkrankten sind es fast vier von fünf. Suchmaschinen stehen dabei an erster Stelle. Soziale Medien und KI gewinnen jedoch an Bedeutung. Vor allem junge Menschen nutzen diese Angebote häufiger.

Das hat Chancen. Jeder sechste Betroffene wurde durch Social Media zur Hilfe motiviert. Manche erkennen dort erstmals ihre depressive Erkrankung. Austausch kann entlasten und Einsamkeit verringern.

Doch die Risiken sind erheblich. Zwei Drittel können fachliche Qualität kaum beurteilen. Kommerzielle Interessen bleiben oft unerkannt. Viele fühlen sich durch Inhalte überfordert. Besonders problematisch ist der Umgang mit Suizidthemen. Vier von fünf Betroffenen begegneten solchen Inhalten online. Teilweise ging es um konkrete Ankündigungen oder Darstellungen. Das birgt Risiken für Nachahmung und zusätzliche Belastung.

Digitale Angebote sind daher nicht automatisch hilfreich. Entscheidend ist ihre Qualität und ihr Einsatz. Das zeigt eine Studie der Universität Münster. Dort testeten Forschende ein kurzes Smartphone-Training. Es ergänzte eine stationäre Depressionsbehandlung. Die Übungen dauerten nur wenige Minuten.

Der Effekt zeigte sich erst nach Monaten. Teilnehmende berichteten langfristig weniger depressive Symptome. Offenbar wirken die Übungen im Alltag weiter. Der Unterschied ist entscheidend. Das Training basiert auf Forschung und klaren Strukturen. Es ersetzt keine Therapie, sondern unterstützt sie gezielt.

Digitale Medien können Brücken bauen. Sie können aber auch schaden. Orientierung ist daher entscheidend.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Consent Management Platform von Real Cookie Banner