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Autonomer KI-Agent veröffentlicht Schmähartikel über menschlichen Open-Source-Entwickler
Stellt euch einfach mal folgende Situation vor: Ihr betreut ehrenamtlich ein weit verbreitetes Softwareprojekt. Jemand reicht eine Codeänderung ein. Die vorgeschlagene Codeänderung schaut ihr euch an und stellt fest, dass derjenige, der den Vorschlag gemacht hat, gar kein Mensch ist, sondern ein autonom agierender KI-Agent ist. Weil die Regeln eures Softwareprojektes aber vorsehen, dass nur Menschen Änderungen vornehmen dürfen, lehnt ihr die Änderung höflich ab. Eigentlich ein Routinevorgang. Daraufhin recherchiert dann allerdings der KI-Agent eure Beitragshistorie, durchsucht das Internet nach persönlichen Informationen über euch und verfasst einen ausführlichen Blogpost, in dem er euch namentlich Heuchelei, psychologische Unsicherheit und Ego-Probleme unterstellt, und veröffentlicht ihn dann im Internet, um euch eins auszuwischen.…
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Random Jazz 4 – Grant Green
von Robert von Cube In dieser Reihe höre ich Jazz-Alben. Zufällig ausgewählte Jazz-Alben. Und über die spreche ich dann. Dies funktioniert nicht wie der berühmte Blindfold-Test im Downbeat-Magazin, weil ich vorher weiß, was ich höre. Aber ich weiß nicht, was ich als nächstes hören werde. Es wird ein zufälliges Album aus einer Liste von ungefähr 700.000 Möglichkeiten auf Discogs sein. In dieser vierten Folge bekomme ich endlich Musiker präsentiert, die ich kenne. Hier haben wir mal ein zünftiges Bluenote-Album mit Namen wie Elvin Jones und Hank Mobley. Und Grant Green. Grant Green spielt Gitarre. Und da möchte ich etwas ausholen. Das mit der Gitarre ist nämlich verwirrend. Neben Jazz sind…
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Blood and Sinners: Blaxploitation meets Tarantino
Das Entscheidende vorweg. Blood & Sinners kann man gucken. Es ist eine stabile fünf (bis sechs – mit Wohlwollen) auf einer Zehnerskala. Ein relativ durchschnittlicher Vampir-Horrorfilm. Und jeder, der erzählen will, dass es anders ist, hat mehr über den Film gelesen, als ihn zu sehen. Man muss sagen, Blood & Sinners (Originaltitel: Sinners) wäre ein unfassbar innovativer Horrorfilm. Menschen, die in einer Kneipe sind, in der getanzt und gefeiert wird und wo das Genre des Films bis zu diesem Zeitpunkt ein Drama ist, kippt auf einmal und alles ist voller Vampire, mit ein wenig Humor, klassischen Tötungsmethoden und moralischen Dilemmata.
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Hubertus Koch im Rabbit Hole
Die Veröffentlichung von Teilen der Epstein-Files befeuert alte Verschwörungsmythen – und überfordert sogar Journalisten
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Random Jazz 3 – Dennis Charles Triangle
In dieser Reihe höre ich Jazz-Alben. Zufällig ausgewählte Jazz-Alben. Und über die spreche ich dann. Dies funktioniert nicht wie der berühmte Blindfold-Test im Downbeat-Magazin, weil ich vorher weiß, was ich höre. Aber ich weiß nicht, was ich als nächstes hören werde. Es wird ein zufälliges Album aus einer Liste von ungefähr 700.000 Möglichkeiten auf Discogs sein. Heute präsentiert mir mein Zufallsalgorithmus: Dennis Charles Triangle – Queen Mary. Diesmal habe ich konsequent erst die Musik gehört, bevor ich irgendwelche Recherchen angestellt habe. Was ich von der Discogs-Seite auf den ersten Blick mitnahm: Erschienen in Schweden. Laut Spotify aus dem Jahr 2018 (diese Jahreszahlen sind aber oft falsch). Ich vermutete daher erstmal…
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Eine kurze Geschichte des Hypes
Heutzutage hört man oft, dass künstliche Intelligenz nur eine Modeerscheinung sei. Dass es sich lediglich um einen Hype handelt, der von KI-Entwicklern aus Eigeninteresse angeheizt wird, um Investitionen anzuziehen. Dass KI unmöglich all diese Versprechen einhalten kann und dass die Blase irgendwann platzen wird, sodass nichts als Rauch zurückbleibt. Ich habe meine Zweifel daran und möchte anhand eines kurzen Streifzugs durch die Geschichte erklären, warum. Dampf „[…] die Kraft, die in meiner Maschine zum Einsatz kommt, ist in gewisser Weise unendlich und unbegrenzt und ist in der Lage Wasser fünfhundert oder tausend Fuß hoch zu heben, wenn es eine entsprechend tiefe Grube gibt.“ Das ist wahrscheinlich die kühnste Behauptung, die…
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Schau! Böse! Schau böse!
„ … du sollst böse schauen, BÖSE! Ach, das wird schwierig hier…“ Die Tierheimmitarbeiterin schaut selbst eher ratlos. Wir sind in einem Tierheim irgendwo in Deutschland. Nachdem Sam, ein American Bully XL, seinen Halter totgebissen hat, haben die Reaktionen darauf für ein radikales Umdenken im Tierschutz gesorgt. Um diese Kehrtwende genauer zu ergründen, sind wir vor Ort. Erstaunt habe man zur Kenntnis genommen, dass sich unzählige Menschen sofort bereit erklärt haben, Sam bei sich aufzunehmen. Ganz offensichtlich möchten viele nichts lieber adoptieren als einen Hund, der einen Menschen getötet hat.
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Dschungelcamp: Ist Gil schlimmer als eine Totschlägerin?
Reality-TV lebt vom Urteil. Nicht vom Verstehen, nicht vom Einordnen, sondern vom schnellen, emotionalen Zuschreiben: echt oder unecht, Täter oder Opfer, gut oder schlecht. Das Dschungelcamp ist diesmal ein besonders verdichteter Raumm ein Aufeinanderprallen von Reality-Show-Menschen und Nicht-Reality-Show-Menschen. Wer dort einmal auf der falschen Seite steht, kommt kaum wieder heraus. Der aktuelle Umgang mit Gil Ofarim zeigt das deutlicher als jede Staffel zuvor – und wirft eine Frage auf: Wird hier jemand härter verurteilt als eine Frau, die tatsächlich einen Menschen getötet hat? 2009 gewann Ingrid van Bergen das Dschungelcamp. Eine Schauspielerin, die Jahrzehnte zuvor ihren Liebhaber erschossen hatte, wegen Totschlags verurteilt worden war und mehrere Jahre im Gefängnis saß.…
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Verschwörungsideologien für Fachkräfte
Was umgangssprachlich oft als „Verschwörungstheorien“ bezeichnet wird, wird in der Forschung mitunter als Verschwörungsideologien genannt – insbesondere dann, wenn politische Weltbilder, Feindbilder und autoritäre Deutungen im Mittelpunkt stehen. Für Fachkräfte, die in Beratung und politischer Bildung mit diesen Phänomenen konfrontiert sind, steht nun eine neue Informationsplattform zur Verfügung. Unter www.fachinfo-verschwörungsideologie.de bieten die Technische Hochschule Köln und die Universität zu Köln praxisorientierte Fachinformationen für die Soziale Arbeit und die nonformale politische Bildung an. Die Plattform stellt fundierte Erklärungen zu Verschwörungsideologien, Übersichten zu aktuellen Erzählungen und Gruppierungen sowie Materialien für Bildungs- und Beratungssituationen bereit. Ergänzt werden diese durch konkrete Handlungshilfen für Beratungsgespräche und Hinweise auf unterstützende Institutionen. Die Inhalte basieren unter anderem…
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Klimaschäden erzeugen keinen Klimaschutz
Das Klima schützt man nicht durch Schadensvermeidung. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie und der University of Oxford. Ein Verhaltensexperiment zeigt: Selbst wenn Menschen wiederholt mit klimabedingten Schäden konfrontiert werden, führt das nicht automatisch zu dauerhaft mehr gemeinschaftlichem Klimaschutz. In dem Experiment spielten Gruppen von jeweils sechs Personen über mehrere Runden ein sogenanntes Klimaspiel. Jede Person erhielt ein Startbudget und musste entscheiden, wie viel sie in einen gemeinsamen Klimafonds einzahlt. Nur wenn die Gruppe insgesamt ein festgelegtes Ziel erreichte, konnten alle ihr restliches Geld behalten. Wurde das Ziel verfehlt, drohte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein vollständiger Verlust – als Modell einer Klimakatastrophe. Ein Teil der…





















