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Wenn Zellen ihren Abfall nicht loswerden
Zellen sind keine ordentlichen Orte. In ihnen entsteht ständig Müll: beschädigte Bestandteile, falsch gebaute Eiweiße und manchmal auch eingedrungene Bakterien. Damit eine Zelle gesund bleibt, muss sie diesen Abfall erkennen und entsorgen. Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben nun genauer verstanden, wie diese zelluläre Müllabfuhr funktioniert. Im Mittelpunkt der neuen Studie steht ein Eiweiß mit dem Namen Optineurin. Es wirkt in der Zelle wie ein Sortierer. Optineurin erkennt schädliche Bestandteile und markiert sie für den Abtransport. Danach werden diese Teile in kleinen Bläschen verpackt und in der Zelle abgebaut. Dieser Reinigungsprozess heißt Autophagie, was so viel bedeutet wie „Selbstverdauung“.
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Random Jazz, Folge 1: Ray Appleton Sextet
In dieser Reihe höre ich Jazz-Alben. Zufällig ausgewählte Jazz-Alben. Und über die spreche ich dann.
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Leistung zählt – nur nicht für alle
In einem funktionierenden System sollten Leistung und Potenzial darüber entscheiden, welche Wege offenstehen. Genau das gilt auch für Bildung. Doch in Deutschland zeigt sich seit Jahren das Gegenteil: Der Bildungsweg von Kindern wird weniger durch ihre Fähigkeiten bestimmt als durch ihre Herkunft. Damit versagt nicht nur die Idee der Chancengleichheit, sondern auch ein zentrales Prinzip jeder leistungsorientierten Ordnung. Eine aktuelle Studie des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln bestätigt dieses Problem erneut. Selbst bei gleichen schulischen Leistungen wechseln Kinder aus sozial benachteiligten Familien deutlich seltener auf das Gymnasium als Kinder aus besser gestellten Haushalten. Statt dass Leistung wirkt und gefördert wird, blockieren soziale Strukturen den Zugang zu weiterführender Bildung.
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Diese 6 Tipps helfen dir bei der KI
Künstliche Intelligenz beantwortet heute fast jede Frage. Doch ob diese Antworten verlässlich sind, bleibt oft unklar. Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund schlagen nun ein Modell vor, mit dem sich die Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen besser einordnen lässt. Nicht mit einem einfachen Ja oder Nein, sondern differenziert. Die Philosophen Carina Newen, Albert Newen und Emmanuel Müller gehen davon aus, dass Vertrauen immer mehrere Aspekte hat. Diese gelten nicht nur für KI, sondern auch für Menschen, Institutionen oder technische Systeme. Sie schlagen sechs Kriterien vor, mit denen sich ein Vertrauensprofil erstellen lässt. Erstens: Funktionalität. Wie gut erfüllt ein System seine Aufgabe, und wird die Qualität überprüft?
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Will Trump die Zwischenwahlen absagen?
Es ging zwischen der Gefangennahme des Venezuelischen Machthabers Maduro, der erneuten Drohung, Grönland zu annektieren und den Todesschüssen auf eine Zivilistin etwas unter, was US-Präsident Trump am 6.1.2026 auf dem „House Republicans retreat“ (einer Art Klausurtagungen der Fraktion der Republikaner) zu den Zwischenwahlen sagte. Es ging auch unter, weil es, wie immer, kryptisch und versteckt war. Aber es ist aufschlussreich: “I won’t say, ‘Cancel the election, they should cancel the election,’ because the fake news will say, ‘He wants the elections canceled. He’s a dictator.’”
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Zwischen Unsinn und Neugier: Warum Erich von Däniken wichtig war!
Erich von Däniken hat Generationen fasziniert, irritiert und geprägt – als Provokateur, Suchender und Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Spekulation. Zwei sehr persönliche Nachrufe zeigen, warum sein Einfluss weit über seine Thesen hinausreicht. Als Historiker blickt Robert Herr auf seine prägenden Lesejahre zurück und erklärt, warum ausgerechnet ein unwissenschaftlicher Grenzgänger seine Liebe zur Vergangenheit entfachte – und was man aus Däniken trotzdem lernen kann. Als Skeptiker und Verschwörungsforscher erzählt Sebastian Bartoschek, warum Erich von Däniken für seinen eigenen Weg entscheidend war – und wie aus Faszination, Kritik und persönlicher Begegnung Respekt wurde.
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So vermüllt ist der Rhein
Wenn von Müllinseln im Wasser die Rede ist, denken viele an den Pazifik, an riesige Plastikstrudel zwischen Kontinenten oder an Flüsse irgendwo in Asien, die tonnenweise Abfälle ins Meer tragen. Europa kommt da selten vor, Deutschland fast nie. Das Problem scheint weit weg. Aber zumindest da kann Deutschland mit Asien mithalten, denn eine neue Messung der Universität Bonn zeigt nun jedoch: Diese Vorstellung ist falsch. Der Rhein ist vermüllt – und zwar in einem Ausmaß, das bislang deutlich unterschätzt wurde.
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20% unserer Kinder und Jugendlichen sind belastet
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bleibt in Deutschland angespannt. Aktuelle Ergebnisse der COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigen: Auch Jahre nach der Corona-Pandemie geht es vielen jungen Menschen schlechter als zuvor. Rund ein Fünftel leidet unter psychischen Belastungen und berichtet von eingeschränkter Lebensqualität. COPSY steht für „Child Outcomes in Psychology“. Die Studie begleitet seit Beginn der Pandemie mehrere tausend Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Sie untersucht regelmäßig, wie sich Belastungen, Lebensqualität und seelisches Wohlbefinden entwickeln. Damit ist COPSY derzeit das einzige langfristige Monitoring zur psychischen Gesundheit junger Menschen in Deutschland.
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6G: so arbeitet Bochum an den Grundlagen
An der Ruhr-Universität Bochum startet Anfang 2026 das Forschungsprojekt „6GEM+“. Ziel ist es, Grundlagen für die nächste Mobilfunkgeneration 6G zu entwickeln und für industrielle Anwendungen nutzbar zu machen – etwa in der Produktion oder Logistik. Das Projekt läuft vier Jahre und wird im Rahmen des Bundesprogramms „6G-Transfer-Hubs“ mit 25 Millionen Euro gefördert. 6G soll mehr leisten als heutige Mobilfunknetze. Während 5G vor allem schnelle Datenübertragung ermöglicht, sollen künftige Netze gleichzeitig extrem zuverlässig, sehr reaktionsschnell und deutlich energieeffizienter sein. Man kann es sich vorstellen wie einen Verkehrsknotenpunkt, der auch bei hohem Andrang, schlechtem Wetter und Baustellen reibungslos funktioniert.
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Karteikästen im Hirn arbeiten zusammen – hä?
Warum erkennen wir einen Freund sofort – egal ob wir ihm im Büro, im Café oder auf der Straße begegnen? Und woher weiß unser Gehirn, ob wir gerade an ein gemütliches Abendessen oder an ein formelles Meeting denken sollen? Forscher der Universität Bonn haben genau dieses Alltagsrätsel untersucht – und dabei etwas Grundsätzliches über unser Gedächtnis gelernt. Die Erkenntnis: Unser Gehirn speichert nicht alles in einem einzigen „Erinnerungsknoten“. Stattdessen arbeitet es arbeitsteilig. Bestimmte Nervenzellen merken sich den Inhalt einer Erinnerung – etwa eine Person, ein Gesicht oder einen Gegenstand. Andere Nervenzellen kümmern sich ausschließlich um den Zusammenhang, also darum, in welcher Situation etwas passiert ist.
























