• Wissen

    Satelliten zeigen: So unruhig sind wir wirklich

    Nachts wirkt die Erde aus dem All wie ein gleichmäßig heller Planet. Doch das stimmt nicht. Forscher der University of Connecticut, der NASA und der Ruhr-Universität Bochum haben erstmals tägliche Satellitendaten ausgewertet. Ihr Ergebnis: Unser nächtliches Licht ist alles andere als stabil. Es flackert, schwankt und verändert sich ständig. Im Schnitt wird die Erde zwar jedes Jahr etwas heller – etwa zwei Prozent. Doch dieser Wert täuscht. In vielen Regionen nimmt das Licht stark zu, in anderen geht es deutlich zurück. In helleren Gebieten stiegen die Werte um rund ein Drittel, anderswo sanken sie fast genauso stark. Am Ende bleibt nur ein kleines Plus – aber dahinter stecken große Unterschiede.…

  • Wissen

    Narzissmus ist zur Hälfte Gene – und kaum Familie

    Die Vorstellung ist beliebt: Narzisstische Persönlichkeiten entstehen vor allem durch falsche Erziehung. Zu viel Lob, zu wenig Grenzen, problematische Eltern. Eine neue Studie aus Münster und Bielefeld stellt genau das infrage – und verschiebt die Verantwortung deutlich. Die zentrale Botschaft: Narzissmus häuft sich zwar in Familien. Aber nicht primär wegen des gemeinsamen Umfelds, sondern wegen gemeinsamer Gene.

  • Meinung

    Nazis sind jetzt Wilde

    Es ist ein neuer Trend in den rechtsradikalen Kommentarspalten zu beobachten: Von denen, die in der Lage sind, Fremdwörter zu benutzen und nicht ausschließlich per Deppensmiley kommunizieren, liest man jetzt öfter, dass sie sich als „Indigene“ bezeichnen. Etwa unter einem empörten AfD-Post bei Facebook, der Mütter mit Kindern auf einem Spielplatz zeigt. Als Kosmopolit ohne Angststörung versteht man zunächst nicht mal, worum es geht, bis klar wird: Die schiere Anwesenheit dieser Mütter im öffentlichen Raum wird kritisiert, da sie Kopftücher tragen.

  • Prof Dr. Ekrem Dere

Die Bilder dürfen nur im Kontext der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter Angabe des Copyrights © RUB, Kramer verwendet werden, zum Beispiel für Webseiten der RUB sowie für Texte oder Webseiten, die sich speziell mit Ereignissen an der RUB oder Leistungen von RUB-Mitgliedern beschäftigen. Die Bilder dürfen nicht in Kontexten verwendet werden, in denen die RUB nur stellvertretend für Hochschulen im Allgemeinen steht.
    Wissen

    Warum dein Gehirn ständig Zukunft spielt – und dich dabei belohnt

    Ständig einen Schritt voraus sein – für manche ist das Alltag, für andere anstrengend. Eine neue Theorie des Bochumer Psychologen Ekrem Dere liefert jetzt eine überraschend simple Erklärung: Wer oft in Gedanken in die Zukunft reist, wird dafür vom eigenen Gehirn belohnt. Und macht es deshalb immer wieder. Die Idee klingt zunächst banal, ist aber weitreichend. Zukunftssimulation – also das gedankliche Durchspielen möglicher Szenarien – hilft, Entscheidungen vorzubereiten und Stress zu reduzieren. Wer sich vorstellt, wie ein Gespräch laufen könnte oder welche Folgen eine Entscheidung hat, verschafft sich einen Vorsprung. Doch warum investieren Menschen Zeit in diese anspruchsvolle Denkleistung, obwohl sie keine Garantie auf Erfolg bietet?

  • Meinung,  Wissen

    Straße von Hormus: versenkt Trump deutsche Schiffe?

    Es gibt dieses alte journalistische Gesetz – „Betteridge’s Law“ –, nach dem eine Frage in einer Überschrift stets mit Nein beantwortet werden sollte. Und genau das hoffen wir hier auch. Nur: Wir sind inzwischen an einem Punkt der Weltgeschichte angekommen, an dem man sagen muss – nichts Genaues weiß man nicht. Und völlig aus den Latschen würde es einen auch nicht mehr hauen, wenn Trump aus reiner Trumpigkeit deutsche Schiffe beschießen ließe und das anschließend mit dem Versenken der Bismarck vergleichen würde.

  • Wissen

    Optische Tornados: Licht kann wirbeln

    Forscher der Universität Warszawa haben gemeinsam mit internationalen Partnern sogenannte „optische Tornados“ erzeugt. Dabei handelt es sich um Lichtstrukturen, die innerhalb sehr kleiner Bauteile eine rotierende Bewegung ausbilden. Im Gegensatz zur üblichen Vorstellung breitet sich Licht hier nicht einfach geradlinig aus. Durch gezielte Strukturierung in speziellen Materialien entstehen komplexe Felder, in denen sich das Licht wirbelartig organisiert. Diese Effekte treten auf mikroskopischer Ebene auf und lassen sich technisch kontrollieren. Die Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Photonik. Insbesondere in der optischen Kommunikation könnten solche strukturierten Lichtformen genutzt werden, um Informationen effizienter zu übertragen. Auch für Anwendungen in der Quantentechnologie sind sie relevant, da sich damit Lichtzustände präziser steuern lassen. Langfristig…

  • Wissen

    Wie Tiere die Schrift erfanden – oder so ähnlich

    Schrift gilt als große Erfindung der Menschheit. Tatsächlich war sie eher ein langsamer Bastelprozess – und begann möglicherweise mit Tierlauten. Darauf weist ein neues Buch des Ägyptologen Ludwig Morenz von der Universität Bonn hin. Die ägyptische Schrift entstand demnach nicht plötzlich, sondern entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg. Ausgangspunkt waren einfache Lösungen für konkrete Probleme, etwa Namen festzuhalten.

  • diesdas

    Sprache und Gender(n): Fragen einreichen

    Gendersensible Sprache polarisiert. Am 29. April diskutieren Sprachwissenschaftler im Haus der Universität Düsseldorf, was die Forschung dazu sagt. Mit dabei sind Experten aus Mannheim, Duisburg-Essen, Bochum, Hamburg und der HHU. Besonderheit: Bürger können vorab Fragen einreichen, die in die Diskussion einfließen. Das Einreichen von Fragen sind bis 22. April möglich. Beginn ist um 19 Uhr am Schadowplatz.

  • diesdas

    Random Jazz 9 – Eddie Daniels/HR Big Band

    In dieser Reihe höre ich Jazz-Alben. Zufällig ausgewählte Jazz-Alben. Und über die spreche ich dann. Dies funktioniert nicht wie der berühmte Blindfold-Test im Downbeat-Magazin, weil ich vorher weiß, was ich höre. Aber ich weiß nicht, was ich als nächstes hören werde. Es wird ein zufälliges Album aus einer Liste von ungefähr 700.000 Möglichkeiten auf Discogs sein. Ich musste das erst lernen, dass die HR-Big Band oder auch die WDR-Big Band nicht einfach aus der Vergangenheit gefallene Rundfunkorchester sind, die für irgendwelche Schlagershows die Hintergrundmusik der Tanzeinlage spielen, sondern dass es sich um wirklich wichtige, hochkarätig besetzte „Klangkörper“ handelt (Anführungszeichen, weil das Wort so doof klingt). Diese Big Bands sind Institutionen,…

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