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Was Mumien über den Alltag der Antike erzählen
Altgriechische Texte, die fast 2.300 Jahre alt sind, lagen jahrzehntelang unbeachtet in Archivkisten in Kalifornien. Nun sollen sie systematisch erschlossen werden. Möglich macht das ein neues Langzeitprojekt im Akademienprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien, an dem die Universitäten Köln und Münster beteiligt sind. Der Schwerpunkt liegt auf klassischer Altertumsforschung – unterstützt durch digitale Methoden. Im Zentrum stehen rund 20.000 Papyrusfragmente aus dem antiken Tebtynis, einer Stadt im heutigen Ägypten. Tebtynis war in der hellenistischen Zeit ein wichtiges religiöses Zentrum, insbesondere für den Kult des Krokodilgottes Sobek. Die Papyri wurden um 1900 bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt. Ursprünglich dienten sie ganz alltäglichen Zwecken: Sie enthalten Literatur, Verwaltungsakten, private Briefe, Verträge, Steuerquittungen und amtliche Berichte.…