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Jugendkriminalität: Der große Rückgang – trotz gegenteiliger Wahrnehmung
Jugendkriminalität gilt in der öffentlichen Debatte oft als wachsendes Problem. Schlagzeilen, soziale Medien und Einzelfälle erzeugen den Eindruck, junge Menschen würden immer früher und immer häufiger straffällig. Die empirische Forschung zeichnet jedoch seit Jahren ein deutlich anderes Bild. In zahlreichen Industrienationen ist die Jugendkriminalität seit den 1990er Jahren stark zurückgegangen. Das zeigen Auswertungen des Kriminologen Dietrich Oberwittler vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht und seines Kollegen Robert Svensson von der Universität Malmö. Die Forscher werteten dafür eine große Zahl internationaler Studien aus – darunter offizielle Polizeistatistiken ebenso wie sogenannte Dunkelfeldbefragungen, in denen Jugendliche anonym über eigenes Verhalten berichten. Hinzu kamen Daten einer seit 2002 laufenden internationalen Schulbefragung…