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20% unserer Kinder und Jugendlichen sind belastet

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bleibt in Deutschland angespannt. Aktuelle Ergebnisse der COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigen: Auch Jahre nach der Corona-Pandemie geht es vielen jungen Menschen schlechter als zuvor. Rund ein Fünftel leidet unter psychischen Belastungen und berichtet von eingeschränkter Lebensqualität.

COPSY steht für „Child Outcomes in Psychology“. Die Studie begleitet seit Beginn der Pandemie mehrere tausend Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Sie untersucht regelmäßig, wie sich Belastungen, Lebensqualität und seelisches Wohlbefinden entwickeln. Damit ist COPSY derzeit das einzige langfristige Monitoring zur psychischen Gesundheit junger Menschen in Deutschland.

Die Ergebnisse zeigen jedoch auch: Psychische Belastung bedeutet nicht automatisch Behandlungsbedarf. Viele Kinder und Jugendliche verfügen über eigene Ressourcen. Sie haben Strategien entwickelt, um mit Stress, Unsicherheit oder Angst umzugehen. Diese Fähigkeiten können schützen, wenn sie früh erkannt und gezielt gestärkt werden.

In der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachwelt wird deshalb seit Längerem gefordert, den Blick stärker auf Prävention zu richten. Die Verbesserung der mentalen Gesundheit im Kindesalter gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen, um psychischen Erkrankungen im späteren Leben vorzubeugen. Gleichzeitig geraten Versorgungssysteme zunehmend unter Druck. Die Nachfrage nach Hilfe steigt, während Präventionsangebote oft nur begrenzt wirksam oder unzureichend abgesichert sind.

Besonders belastend wirken dabei Faktoren wie globale Krisen, soziale Unsicherheit und der unregulierte Umgang mit digitalen Medien. Fachvertreter betonen, dass Kinder und Jugendliche in einer von Erwachsenen geprägten Gesellschaft aufwachsen, die ihre Bedürfnisse häufig zu wenig berücksichtigt.

Grundlage für wirksame Prävention sind verlässliche Daten. Neben COPSY wird daher an neuen Formen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings gearbeitet. Ziel ist es, Belastungen früher zu erkennen und Unterstützung besser zu steuern. Klar ist: Mentale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter ist kein Randthema, sondern eine zentrale Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft.

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