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6G: so arbeitet Bochum an den Grundlagen

An der Ruhr-Universität Bochum startet Anfang 2026 das Forschungsprojekt „6GEM+“. Ziel ist es, Grundlagen für die nächste Mobilfunkgeneration 6G zu entwickeln und für industrielle Anwendungen nutzbar zu machen – etwa in der Produktion oder Logistik. Das Projekt läuft vier Jahre und wird im Rahmen des Bundesprogramms „6G-Transfer-Hubs“ mit 25 Millionen Euro gefördert.

6G soll mehr leisten als heutige Mobilfunknetze. Während 5G vor allem schnelle Datenübertragung ermöglicht, sollen künftige Netze gleichzeitig extrem zuverlässig, sehr reaktionsschnell und deutlich energieeffizienter sein. Man kann es sich vorstellen wie einen Verkehrsknotenpunkt, der auch bei hohem Andrang, schlechtem Wetter und Baustellen reibungslos funktioniert.

Beteiligt an „6GEM+“ sind neben der Ruhr-Universität Bochum die TU Dortmund, die RWTH Aachen sowie zwei Fraunhofer-Institute. Koordiniert wird das Projekt von der RWTH Aachen, Standortsprecher in Bochum ist Prof. Dr. Aydin Sezgin.

Der Bochumer Forschungsschwerpunkt liegt auf Anwendungen, bei denen Ausfälle oder Verzögerungen problematisch sind. Dazu gehört die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter in der Industrie, bei der Informationen in Echtzeit übertragen werden müssen. Auch Extended-Reality-Anwendungen, etwa für Wartung oder Schulung, benötigen stabile Netze ohne spürbare Verzögerung.

Um das zu erreichen, entwickelt das Team neue Konzepte für besonders robuste Funkverbindungen, die Störungen früh erkennen und ausgleichen können. Ergänzt wird dies durch KI-basierte Netzsteuerung, die Funk- und Rechenressourcen effizient verteilt. Die Ansätze werden anschließend in Laboren und im Forschungsbau ZESS praktisch getestet.

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