
Demonstranten fordern ein Referendum über die Abberufung von Präsident Maduro (Oktober 2016) (Foto: Hugo Londoño - CC BY-SA 2.0)
Maduros Venezuela – in unter 500 Wörtern
Venezuela ist in Südamerika. Es liegt an der Nordküste am Karibischen Meer. Das Land grenzt im Westen an Kolumbien, im Süden an Brasilien und im Osten an Guyana.
Die Fläche Venezuelas beträgt rund 912 000 Quadratkilometer. Das ist etwa 2,6-mal so groß wie Deutschland. Zum Vergleich: Der US-Bundesstaat Kalifornien ist etwa halb so groß. Rund 28,4 Millionen Menschen leben dort (Stand 2023). Die Hauptstadt ist Caracas. Venezuela wurde 1830 ein eigenes Land nach der Auflösung von Gran Colombia. Seitdem ist es eine Republik.
Nicolás Maduro regiert seit 2013 als Präsident. Er ist Nachfolger des sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez. Viele Menschen und Experten sehen Maduro als sozialistischen Diktator. Unter Maduro erlitt Venezuela eine schwere Wirtschaftskrise. Die Wirtschaft schrumpfte stark. Die Geldentwertung wurde extrem hoch. Viele Menschen können kaum genug Geld für Essen oder Medikamente bekommen.
Heute leben laut dem Venezolanischen Finanz-Observatorium etwa 86 Prozent der Haushalte in Armut. Das ist eine der höchsten Armutsraten weltweit. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Armutsquote bei rund 17 Prozent.
Seit Beginn der Krise haben knapp 7,9 Millionen Menschen das Land verlassen. Das ist etwa ein Viertel der Bevölkerung. Zum Vergleich: Das entspricht der Einwohnerzahl von Berlin, Hamburg und München zusammen. Diese Auswanderung ist eine der größten Fluchtbewegungen der Welt außerhalb von Kriegen. Nur Länder wie Syrien oder Sudan verzeichnen ähnlich hohe Zahlen.
Viele Venezolaner fliehen in Nachbarländer wie Kolumbien, Brasilien, Chile oder Peru. Die hohe Zahl belastet dort teils Schulen, Krankenhäuser und Sozialdienste.
Unter Maduro nahm politische Verfolgung stark zu. Aktivisten, Journalisten und Demonstranten werden verhaftet. Viele berichten von willkürlichen Festnahmen und Misshandlungen. Der Internationale Strafgerichtshof, kurz ICC, ermittelt wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dabei geht es um systematische Unterdrückung, Gewalt und politische Repression durch staatliche Kräfte.
Die Krise begann nicht erst unter Maduro, verschärfte sich aber deutlich seit 2013. Kriminalität und Mangel an Grundgütern prägen den Alltag. Essen, Strom und Wasser fehlen oft. Vor der Krise war Venezuela eines der reichsten Länder Südamerikas, vor allem durch Öl. Heute gehört es zu den ärmsten und instabilsten Staaten ohne Krieg.
Viele Menschen arbeiten ohne feste Jobs. Die Löhne reichen oft nur für wenige Tage. Das führte zu einer humanitären Krise. Familien teilen Mahlzeiten. Viele Kinder sind unterernährt. In den Städten fehlen Medikamente und sauberes Wasser. Krankenhäuser sind schlecht ausgestattet. Behandlungen sind für viele unbezahlbar.
Unter Maduro wurde das Land politisch autoritärer. Justiz und Parlament stehen unter Regierungskontrolle. Die Opposition wird systematisch behindert. Viele Venezolaner hoffen auf Veränderung. Doch die Regierung hält die Macht fest.


