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Wer löste da Quantenphysik? Mensch, KI, beide?

Vielleicht gab es einen KI-Durchbruch in der Quantenphysik. OpenAI hat gemeinsam mit Forschern vom Institute for Advanced Study, Vanderbilt, Cambridge und Harvard ein neues theoretisches Ergebnis veröffentlicht. Grundlage ist GPT-5.2. Es geht um ein komplexes Problem aus der Quantenfeldtheorie – einem der mathematisch anspruchsvollsten Bereiche der Physik. Das Modell leitete ein Resultat her, das so von vielen Fachleuten nicht erwartet wurde.

Greg Brockman, Mitgründer von OpenAI, schrieb auf X, GPT-5.2 habe ein neuartiges Resultat in der theoretischen Physik abgeleitet. Der offizielle Account von OpenAI erklärte, man veröffentliche das Ergebnis als Preprint zusammen mit mehreren Spitzeninstitutionen. In einem weiteren viel geteilten Post berichtete Investor Patrick O’Shaughnessy nach einem Treffen mit den Physikern Andrew Strominger und Alex Lupsasca, ein internes Modell habe ein bislang ungelöstes Problem innerhalb von 12 Stunden gelöst und bewiesen. Strominger wird mit den Worten zitiert, es sei das erste Mal, dass er KI ein Problem seiner theoretischen Disziplin lösen sehe, das womöglich für Menschen nicht zugänglich gewesen wäre.

Veröffentlicht wurde die Arbeit zunächst als Preprint. Das bedeutet: Der Text ist öffentlich zugänglich, wurde aber noch nicht von unabhängigen Fachkollegen im Peer-Review-Verfahren geprüft. In der theoretischen Physik ist genau diese Prüfung entscheidend. Erst wenn andere Forscher Rechnungen nachvollziehen, Annahmen testen und mögliche Fehler ausschließen, gilt ein Resultat als gesichert.

Offen bleibt auch, wie genau die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Modell ablief. KI arbeitet in solchen Projekten nicht im luftleeren Raum, sondern im engen Austausch mit Experten. Klar ist jedoch: Systeme wie GPT-5.2 dringen in hochabstrakte mathematische Gebiete vor. Die Diskussion verschiebt sich damit – weg von der Frage, ob KI nützlich ist, hin zu der Frage, wie stark sie Grundlagenforschung verändern wird.

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