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KI: Google verändert Überschriften – und verkauft das als Service
Google testet derzeit eine Funktion, bei der journalistische Überschriften in den Suchergebnissen per KI umformuliert werden. Reporter ohne Grenzen, kurz RSF, warnt vor einem Angriff auf die redaktionelle Freiheit. RSF ist die internationale Organisation Reporters sans frontières, die sich weltweit für Pressefreiheit einsetzt. Die Kritik ist nachvollziehbar: Eine Überschrift ist im Journalismus nicht bloß ein Etikett. Sie setzt den Ton, verdichtet den Inhalt und entscheidet oft darüber, wie ein Text verstanden wird. Genau deshalb ist es problematisch, wenn ausgerechnet die Plattform, über die viele Menschen Nachrichten überhaupt erst finden, diese Überschriften nachträglich verändert. Laut RSF geht es dabei nicht nur um Kürzungen. Die KI verschiebt teils auch den Sinn. Aus…
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Was kann KI bei psychischen Problemen?
Künstliche Intelligenz verspricht Hilfe bei psychische Erkrankungen. Was der Staat dem Einzelnen vorenthält, soll die KI richten. Doch was leisten Chatbots, Apps und Smartwatches tatsächlich – und wo liegen ihre Grenzen? Darauf weisen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft in aktuellen Mitteilungen hin. In Deutschland leidet etwa jeder vierte Erwachsene im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung. Gleichzeitig vergehen im Schnitt mehrere Monate, bis eine Psychotherapie beginnt. Genau hier setzen digitale Angebote an: Sie sollen Wartezeiten überbrücken, den Alltag strukturieren und Menschen zwischen Therapiesitzungen begleiten.
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KI frisst Strom – und könnte bald 90 Prozent weniger brauchen
Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen – hat aber ein handfestes Problem: Sie verbraucht enorme Mengen Energie. Große KI-Modelle laufen auf Hochleistungsrechnern und benötigen so viel Strom, dass sie zunehmend zum Klimafaktor werden. Ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Paderborn hat jetzt gezeigt, dass es auch anders geht. Im Projekt „eki“ konnten sie den Energieverbrauch von KI-Systemen um bis zu 90 Prozent senken – ohne die Funktion grundsätzlich zu verändern.
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2,1 Millionen gegen Desinformation – Wie ein Forschungsprojekt junge Menschen schützen will
TikTok, Instagram, YouTube – für viele Jugendliche sind soziale Medien die wichtigste Nachrichtenquelle. Doch genau dort verbreiten sich auch politische Falschinformationen besonders schnell. Ein neues Forschungsprojekt aus Düsseldorf will das nun systematisch untersuchen – und Lösungen entwickeln. Unter dem Namen WIEGE („Wiederholt Getäuscht“) startet ein interdisziplinäres Projekt unter Leitung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Über drei Jahre stehen dafür 2,1 Millionen Euro Fördermittel bereit. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie politische Desinformation entsteht, wie sie wirkt – und wie junge Menschen widerstandsfähiger dagegen werden können.
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Dieses Zitat bewegt die Welt, aber nicht Deutschland
Sam Altman, Chef von OpenAI, hat beim AI Impact Summit einen Satz gesagt, der das Potenzial hat, die Welt zu verändern. Wörtlich sagte er: „By the end of 2028, more of the world’s intellectual capacity could reside inside data centers than outside of them.“ Auf Deutsch in etwa: Bis Ende 2028 könnte sich mehr der weltweiten intellektuellen Kapazität in Rechenzentren befinden als außerhalb von ihnen. Im Ausland ist diese Aussage auf viel Aufmerksamkeit gestoßen. In Deutschland hingegen kaum. Das ist das übliche Elend – und diesmal wird es besonders deutlich, weil der Satz so groß ist, dass man ihn nicht überhören darf. Man könnte viele deutsche Medien fragen, warum sie…
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KI: Chinas Roboter tanzen, nach wessen Pfeife?
Es ist schwer, diese Bilder emotionsfrei zu betrachten. Innerhalb nur eines Jahres haben sich die Roboter bei der chinesischen Spring Festival Gala von technisch beeindruckenden Maschinen zu beinahe menschlich wirkenden Akteuren entwickelt. 2025 noch synchroner Tanz, präzise, aber klar maschinell. 2026 dann Bewegungen, Dynamik, Körpersprache – Sprünge, Drehungen, Kung-Fu-Sequenzen –, die viele Zuschauer zweimal hinschauen lassen. Man mag kaum glauben, dass es noch Roboter sind. Aus rechtlichen Gründen binden wir das Video nicht ein, sondern verlinken auf X. Man tendiert dazu, zu sagen: Das ist inszeniert,perfekt ausgeleuchtet, choreografiert, optimiert. Aber wenn es eine Täuschung wäre, dann wäre es die gewagteste Fälschung der jüngeren Technikgeschichte. Zu viele Kamerawinkel, zu viele internationale…
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Das wichtigste Buch des Jahrtausends: „If anyone builds it, everyone dies“
von Robert von Cube Finden Sie den Titel dieses Artikels übertrieben? Dann habe ich eine ernstgemeinte Bitte an Sie: Lesen Sie das Buch, das hier rezensiert wird, und liefern Sie ein überzeugendes Gegenargument. Ich wünsche mir nämlich nichts so sehnlich wie ein überzeugendes Gegenargument. Wenn die Autoren des Buches „If anyone builds it, everyone dies“ (Eliezer Yudkowsky und Nate Soares, beide renommierte KI-Forscher) recht haben, dann ist die Überschrift nicht übertrieben gewählt. Dann droht der Menschheit die Auslöschung durch eine künstliche Superintelligenz und dies ist das Buch der Stunde. Da kein anderes Buch derzeit mehr Aussicht darauf hat, diesen wichtigen Sachverhalt an die Öffentlichkeit zu bringen und weil dieser Sachverhalt –…
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Wer löste da Quantenphysik? Mensch, KI, beide?
https://x.com/OpenAI/status/2022390096625078389
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Wenn KI besser vorhersagt als wir
Während man in Deutschland noch darüber streitet, ob KI „wirklich schon etwas kann“ – und wo sie dem Menschen angeblich grundsätzlich unterlegen bleibt –, wird anderswo längst eine andere Frage verhandelt: Wann genau überholt sie uns? Und haben wir diesen Punkt vielleicht schon erreicht? In The Atlantic beschreibt Ross Andersen genau diese Verschiebung. Als bereits messbaren Prozess. Sein Schauplatz sind Prognose-Wettbewerbe wie Metaculus und die boomenden Prediction Markets wie Polymarket oder Kalshi. Dort werden keine abstrakten Intelligenztests gespielt, sondern konkrete Ereignisse bepreist: Wird es in einem Land einen Putsch geben? Wie entwickelt sich eine Frontlinie? Wie viele Songs schaffen es in die Charts? Trifft ein Hurrikan eine bestimmte Küste? Andersen…
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Spotify: Top-Entwickler schreiben seit Monaten keinen Code mehr
Wie die Internetseite TechCrunch berichtet, hat Spotify in einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen (Q4/2025) eine bemerkenswerte Beobachtung geteilt: Die besten Entwickler im Unternehmen hätten „seit Dezember keine einzige Zeile Code“ mehr selbst geschrieben. Spotify-Co-CEO Gustav Söderström verband das mit der Aussage, dass KI-gestütztes Programmieren bei Spotify inzwischen so weit sei, dass sich die Arbeit vieler Entwickler stark verschoben habe – weg vom Tippen von Code, hin zum Anstoßen, Prüfen und Freigeben. Konkret setze Spotify dafür ein internes System namens „Honk“ ein. Dieses soll Produktentwicklung und Auslieferung beschleunigen, indem generative KI direkt in den Entwicklungsablauf eingebaut wird – laut Spotify unter anderem mit „Claude Code“.