
Heilpraktiker – Wie kam es dazu und was machen sie heute?
Neben der Berufsgruppe der approbierten Mediziner hat es zu allen Zeiten Kurpfuscher, Scharlatane und Quacksalber gegeben. Sie wurden zeitweise von Ärzten oder Vertretern der Regierungen vehement bekämpft, in manchen Gegenden und zu manchen Zeiten ließ man sie gewähren. Wie kam es dazu, warum funktioniert das noch heute und was sind die Auswirkungen?
Nachdem in Deutschland im Jahr 1869 das Kurpfuschereiverbot aufgehoben worden war, setzte ein regelrechter Boom von Laienbehandlern ein. Einen vorläufigen Höhepunkt erlebte die Entwicklung um die Jahrhundertwende. Zu dieser Zeit gab es schon zahlreiche Versuche von ärztlichen Verbänden oder staatlichen Gesundheitsbehörden, dem Treiben ein Ende zu bereiten oder es zumindest einzudämmen. Jedoch ohne erkennbare Erfolge. Im ersten Weltkrieg haben es die Militärbehörden mit der Begründung, die Wehrkraft sei durch das Kurpfuschertum gefährdet, teilweise geschafft, die übelsten Auswüchse einzudämmen. In der Zeit der Weimarer Republik kam es allerdings zu einem erneuten Erstarken der Laienheilerbewegung. Besonders durch die Mittel moderner Reklame haben es einige Kurpfuscher geschafft, viele tausend Patienten zu sich zu locken, und einen enormen Reichtum erlangt. Etliche Laienbehandler waren erbitterte Impfgegner, sie rieten ihren Patienten ab, sich von Ärzten behandeln zu lassen. und machten ihnen Angst vor der „seelenlosen“ Schulmedizin. Sie schafften es immer besser, durch gezielte Fehlinformationen und öffentliche Denunziationen das Vertrauen in die Ärzteschaft zu untergraben. Die Gefahr, die dadurch für die Volksgesundheit entstand, war der Grund, weshalb 1939 das Heilpraktikergesetz beschlossen wurde. Es sollte zumindest sicherstellen, dass sich keine kriminellen Subjekte mehr an kranken Menschen zu schaffen machen konnten und Geschlechtskrankheiten und gefährliche Seuchen sich nicht weiter ausbreiteten. Dieses Gesetz gilt bis heute.
Die Vortragende Sylvia Stang ist von Beruf Zahnärztin in eigener Praxis. Sie engagiert sich im Sinne von Aufklärung und Patientenschutz gegen Pseudomedizin und Scharlatanerie. Sie engagiert sich seit über 10 Jahren gegen Pseudomedizin und ist glückliches Skeptix-Mitglied.
Der Vortrag kann man am Mittwoch den 8. Juli 2026 um 19.30 Uhr im Herbrand’s Ehrenfeld bei gemütlichem Feierabendbier und gutem Essen genießen.
Die Veranstalter*innen, die Kölner Skeptiker*innen sind ein Team, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Wissen und Aufklärung allen zu ermöglichen und gestalten diese Veranstaltungsreihe.
Für Personen, die leider keine Zeit Möglichkeit haben die Veranstaltung vor Ort zu besuchen, ist der Vortrag auch als Live-Stream online verfolgbar.
Vor Ort gibt es auch eine Fragerunde.


