
KI für 6G: So sollen Mobilfunknetze der Zukunft schlauer und sparsamer werden
Die nächste Mobilfunkgeneration steht schon in den Startlöchern – und sie soll vor allem eines sein: deutlich intelligenter und energieeffizienter. Dafür arbeiten das Forschungszentrum Jülich und der Netzwerkausrüster Ericsson jetzt gemeinsam an neuen KI-Technologien für 6G.
Im Zentrum steht ein besonderer Rechner: JUPITER, Europas erster Exascale-Supercomputer. Der kann mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde ausführen – eine Zahl mit 18 Nullen. Damit lassen sich extrem komplexe KI-Modelle trainieren, die später Mobilfunknetze steuern und optimieren. „Später“ bedeutet in Deutschland natürlich wirklich „später“, aber immerhin.
Künftige Netze müssen viel mehr leisten als heutige: Sie sollen riesige Datenmengen verarbeiten, Milliarden Geräte vernetzen und gleichzeitig möglichst wenig Energie verbrauchen. Genau hier kommt künstliche Intelligenz ins Spiel. Sie kann etwa den Datenverkehr in Echtzeit steuern, Störungen vorhersagen oder Funkverbindungen effizienter organisieren.
Ein Ansatz ist sogenanntes neuromorphes Computing – also Rechentechnik, die sich am menschlichen Gehirn orientiert. Statt klassischer, starrer Abläufe arbeiten solche Systeme flexibler und können Aufgaben oft mit deutlich weniger Energie lösen.
Die Forschenden untersuchen außerdem, wie KI direkt in verschiedenen Bereichen des Netzes eingesetzt werden kann – vom Kernnetz über das Management bis hin zum Funkzugang. Auch Themen wie Wärmerückgewinnung in Rechenzentren spielen eine Rolle, um den Energieverbrauch weiter zu senken.
Die ersten kommerziellen 6G-Anwendungen werden erst um 2030 erwartet. Für Deutschland immer noch schnell.


