
Das Torwart-Karussell dreht sich
Die Saison neigt sich dem Ende zu, im medialen Fokus stehen die Relegationsspiele, die Endspiele diverser Pokalwettbewerbe und die anstehende WM in Nordamerika. Schon jetzt werden jedoch auch die ersten Transfers für die kommende Saison finalisiert, vor allem auf der Torwart-Position.
Schon in unserem WM-Kadercheck sind wir darauf eingegangen, dass einige deutsche Torhüter in diesem Sommer den Verein wechseln könnten. Das betrifft zum Beispiel Alexander Nübel, der als dritter Torhüter zur WM fährt. Nübel hat beim FC Bayern keine Zukunft, da der Rekordmeister bereits öffentlich bekanntgegeben hat, mit Manuel Neuer, Jonas Urbig und Sven Ulreich in die Saison zu gehen.
Nübels Leihverein, der VfB Stuttgart, kann sich jedoch keine feste Verpflichtung des Keepers leisten und setzt in den kommenden Jahren auf die Eigengewächse Dennis Seimen und Florian Hellstern.
Seimen war zuletzt an Paderborn ausgeliehen und soll die neue Nr. 1 beim VfB werden, während bei Hellstern nach einem guten Jahr bei der U21 in der 3. Liga nun ebenfalls eine Leihe zu einem Zweitligisten angestrebt wird.
Zudem steht mit Fabian Bredlow ein erfahrener Keeper beim VfB unter Vertrag. Als dritter Torhüter soll laut übereinstimmenden Medienberichten Marius Funk, dessen Vertrag bei Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus auslief, verpflichtet worden sein. Funk hatte einst in der VfB-Jugend gespielt und gilt damit als „Local Player“, von denen jeder Bundesligist mindestens vier im Kader haben muss.
Der VfB Stuttgart und der FC Bayern, die sich im DFB-Pokalfinale gegenüberstehen, sind bei den Torhütern jedenfalls sehr gut aufgestellt. Nübel spielt bei beiden Klubs keine Rolle, steht jedoch noch bis 2030 beim FC Bayern unter Vertrag. Wie die “Bild” berichtet, soll sein Jahresgehalt 11 Millionen Euro betragen, was ihn zu einem der bestverdienenden Torhüter der Welt macht und die Suche nach einem geeigneten Abnehmer erschwert.
Einfacher dürfte sich die Vereinssuche für Freiburgs Noah Atubolu gestalten. Der 23-Jährige gilt als einer der talentiertesten deutschen Keeper und hat im Gegensatz zu Jonas Urbig schon drei Saisons als Stammkeeper in der Bundesliga vorzuweisen. Auch in der Europa League stand Atubolu im Tor des SC Freiburg, der zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte ins Finale des zweitwichtigsten UEFA-Wettbewerbs einzog, sich dort aber Aston Villa geschlagen geben musste.
Nun möchte Atubolu den nächsten Schritt bei einem größeren Klub gehen, sein bevorzugtes Ziel ist die Premier League. Das bedeutet, dass die Freiburger sich einen neuen Torwart suchen müssen, und sie sollen mit Mio Backhaus vom SV Werder Bremen bereits eine Einigung erzielt haben (Der Transferjournalist Florian Plettenberg sprach sogar schon von einem „Done Deal“). Die Bremer wiederum haben Karl Hein vom FC Arsenal nach dessen Leihe fest verpflichtet und planen den estnischen Nationalkeeper als neue Nr. 1 ein.
Auch Borussia Mönchengladbach hat für die kommende Saison bereits einen Torwart verpflichtet: Daniel Batz vom 1. FSV Mainz 05 kommt an den Niederrhein und soll dort Ersatzmann von Moritz Nicolas sein, der in der vergangenen Saison einer der wenigen Leistungsträger der Fohlenelf war. Das bedeutet, dass sowohl Jonas Omlin als auch Jan Olschowsky den Verein verlassen können.
Weitere Transfers könnten in den nächsten Wochen noch folgen. Die Torwart-Position ist eine, auf der die Vereine möglichst früh Sicherheit haben wollen. Gleichzeitig hat jeder Transfer eines Torhüters das Potenzial, einen Domino-Effekt auszulösen.


