
Herne: Wie sehr wollen deutsche Verkäufer arbeitslos werden?
Ich war heute in der Herner City unterwegs, wieder einmal. Und ich habe das erlebt, was ich nun seit Wochen und Monaten in vielen Innenstädten erlebe: In vielen Geschäften geht es augenscheinlich nicht schlecht genug, als dass sie anfangen würden, den Kunden als etwas anderes zu sehen als störend.
Ist das in allen Läden so? Frage ich euch. Und sage: Nein, eindeutig nicht.
In dem Moment, wo der Verkäufer oder Inhaber einen türkischen oder arabischen Akzent hat, gegebenenfalls auch einen osteuropäischen, ist die Stimmung im Laden direkt ganz anders. Man kann daraus nur schließen: Mehr Deutsche wollen von Sozialtransferleistungen auf Kosten von Ausländern leben.
Ich könnte viele Geschichten dazu erzählen und vielleicht werde ich das auch in den nächsten Wochen. Heute aber erzähle ich nur eine kurze.
Und die Geschichte geht so:
Ich gehe also durch die Innenstadt und habe zunehmend ein großes Bedürfnis zu urinieren. Kennt man.
Und suche und finde schließlich einen Bäcker, einen deutschen, der sowohl Bäcker ist als auch innerhalb der Bäckerei einen Cafébereich betreibt.
Ich gehe also rein, sehe das Toilettensymbol, zeige auf die Toilette und sage zu der Verkäuferin:
„Ich würde gerne einmal Ihre Toilette benutzen.“
Diese entgegnet, ihre Kollegin angrinsend:
„Können Sie nicht lesen?“
Ich antworte:
„Doch.“
Und schaue, was da steht.
Da steht nämlich, dass die Toilette nur für Kunden geöffnet ist. Ich entgegne, weil ich denke, dass es darum geht, dass man Kunde sein muss:
„Ich würde ja wohl auch hier ein Brot kaufen.“
Ich sage das zum einen, weil ich mir nicht als Nicht-Kunde etwas erschleichen will, was mir nach Meinung dieser beiden Damen nicht zusteht, sondern auch, weil ich schlicht tatsächlich ein Brot brauche.
Da sagt die eine laut und mit gehässigem Unterton, abermals die andere angrinsend:
„Da steht für die Benutzer des Cafés.“
Das Cafe innerhalb des Bäckers ist leer. Nur ich und die beiden Damen sind da. Ich gucke doof aus der Wäsche, lege den Kopf schräg. Abermals mit Grinsen wird mir gesagt:
„Gehen Sie doch zu Wiacker oder schräg gegenüber in die Eisdiele, da können Sie dann einfach durchgehen.“
Das ist so irre. So irre. Ich muss lachen und verlasse den Laden.
Ein paar Meter weiter ist eine eindeutig nicht deutsch geführte Bäckerei. Dort trete ich ein und auch dort gibt es einen Cafébereich.
Ich gehe aber tapfer auf die Verkäuferin zu, sage:
„Ich hätte gerne so ein Weißbrot, in geschnitten, und ich würde gerne Ihre Toilette benutzen.“
Und sie:
„Ja, dann gehen Sie, dann schneide ich in der Zeit, dann brauchen Sie nicht warten.“
Nun wird der ein oder andere da draußen sagen, dass das ein Einzelfall war, gar nicht symptomatisch und deswegen überlege ich mir, das in Zukunft vielleicht doch einmal auszubauen und unter anderem in der nächsten Geschichte davon zu erzählen, wie meine Frau für das Ausprobierenwollen eines Deos angeblafft wurde und ich und mein Sohn gleichzeitig ein großes Stück Pastete geschenkt bekamen – gleichwohl an anderer Stelle und von Menschen unterschiedlicher Ethnie.


