Wissen

KI baut sich ihr eigenes Bild von der Welt

An der Universität Bonn startet eine neue Forschungsgruppe, die Künstlicher Intelligenz ein umfassenderes Verständnis von Orten vermitteln soll. Der Informatiker Marc Rußwurm entwickelt Methoden, mit denen sich unterschiedliche Geodaten zusammenführen und gemeinsam auswerten lassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt über das Emmy-Noether-Programm.

Geodaten liegen heute fragmentiert vor: Satellitenbilder, Karten, Klimadaten oder Höhenmodelle unterscheiden sich in Struktur, Auflösung und Format. Eine gemeinsame Auswertung ist aufwendig. Genau hier setzt die Forschung an. Ziel ist es, diese Daten so zu verbinden, dass KI-Systeme daraus ein konsistentes Gesamtbild ableiten können.

Die Modelle lernen, verschiedene Eigenschaften eines Ortes gleichzeitig zu berücksichtigen: Vegetation, Infrastruktur, Klima, Nutzung. Aus einzelnen Datenpunkten entsteht so ein räumlicher Zusammenhang. Die KI erkennt Muster, verknüpft Informationen und kann darauf aufbauend Einschätzungen treffen.

Technisch werden diese Informationen in neuronalen Netzen abgebildet. Die Systeme speichern räumliche Zusammenhänge direkt in ihren Parametern. Dadurch lassen sich komplexe Beziehungen zwischen unterschiedlichen Datentypen erfassen und vergleichen.

Anwendungen ergeben sich in mehreren Bereichen: Analyse von Lebensräumen, Bewertung von Stadtstrukturen, Vorhersagen zu Umweltbelastungen oder genauere globale Kartierungen. Auch Fragen nach Lebensqualität oder Biodiversität lassen sich mit kombinierten Geodaten untersuchen.

Die Forschung verbindet Informatik mit Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Im Fokus steht die Frage, wie sich heterogene Datenquellen so zusammenführen lassen, dass daraus belastbare Aussagen über Räume und ihre Eigenschaften entstehen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Consent Management Platform von Real Cookie Banner