-
KI hat ein verzerrtes Bild vom Menschen
Können Sprachmodelle menschliche Befragungsteilnehmer ersetzen? Eine internationale Studie in Nature Human Behaviour kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Künstliche Intelligenz kann zwar manche statistischen Zusammenhänge menschlicher Eigenschaften nachbilden, unterschätzt jedoch die tatsächliche Vielfalt menschlicher Einstellungen und Präferenzen. Die Forschenden um Fadong Chen verwendeten Befragungsdaten von 67.201 Menschen aus 74 Ländern. Anschließend ließen sie verschiedene Sprachmodelle Antworten dieser Personen simulieren. Untersucht wurden sechs wirtschaftlich relevante Eigenschaften: Risikobereitschaft, Geduld, Vertrauen, Altruismus sowie positive und negative Reziprozität. Dabei zeigte sich ein systematisches Problem. Die simulierten Antworten waren häufig homogener als die tatsächlichen menschlichen Antworten. Individuelle Unterschiede wurden eingeebnet, extreme Ausprägungen unzureichend abgebildet.
-
Esoterik als Unterrichtsgegenstand?
Horoskope, Tarot, Numerologie: Esoterische Vorstellungen begegnen uns überall. Aber wo lernen Schüler*innen eigentlich, sie einzuordnen und ihre Wahrheitsansprüche kritisch zu prüfen? Gibt es dafür überhaupt einen Ort in der Schule? Diese Frage kam bei mir auf, weil ich mich seit einiger Zeit mit der Verbindung von Mathematik und Esoterik beschäftige – auch im Kontext der Lehramtsausbildung. In der Mathematik ist das ja erst mal nicht prioritär verortet (dazu später mehr). Wo wird eigentlich etwas systematisch über die Geschichte der Esoterik vermittelt, über ihre Formen, ihren selbst gesetzten Wahrheitsanspruch? Und wo wird mit esoterischen Weltbildern vor einem wissenschaftlichen Hintergrund aufgeräumt? In welchem Fach geschieht dies? Und warum ist das wichtig? Von…
-
Skeptival 2026: Zwei Tage Skepsis, Wissenschaft und Aufklärung
Am 10. und 11. Oktober 2026 findet in Berlin zum zweiten Mal das Skeptival statt. Das vom Verein Skeptix e.V. organisierte Festival widmet sich Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation sowie skeptischem und kritischem Denken. Veranstaltungsort ist in diesem Jahr das Publix – Haus für Journalismus und Öffentlichkeit in Berlin-Neukölln. Auf dem Programm stehen Vorträge und Paneldiskussionen unter anderem zu Anthroposophie, Sekten, rechter Esoterik, Fake News, Geschichtsfälschungen und Verschwörungstheorien. Ergänzt wird das Programm durch Austauschformate, ein Pubquiz und eine Comedy-Show. Zu den angekündigten Gästen gehören der Physiker und Wissenschaftspublizist Florian Aigner, die YouTuberin und Streamerin Aerri Moirai, Marcello V. Orlik vom Faktencheck-Portal Volksverpetzer sowie Adam Nawrot von Kaptorga – Visual History. Mit Sarah Grundner…
-
Die Mehrheit will Klimaschutz – die Politik hört nur die Schreier
Wer am Klimawandel zweifelt, kann sich derzeit ziemlich modern fühlen. Es ist wieder in Mode, das Problem kleinzureden, Warnungen als Panikmache abzutun und sich dabei auf angebliche Befunde aus der Wissenschaft zu berufen. Nur: Die Wissenschaft sagt etwas anderes. Nicht nur über den Klimawandel selbst, sondern auch darüber, was Menschen beim Klimaschutz eigentlich wollen. Und darüber, wie falsch Politiker diese Stimmung offenbar einschätzen. Spoiler vorweg: Die Mehrheit der Menschen will, dass mehr für den Klimaschutz getan wird. Auch wenn rechte Schreier das nicht wahrhaben wollen.
-
Ruhr-Uni-Bochum: Spinnenangst weg
Viele Menschen kennen das: Man betritt einen Raum, sieht eine Spinne – und plötzlich ist der Raum sehr klein, die Spinne sehr groß und der eigene Fluchtplan erstaunlich detailliert. Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum will Menschen mit starker Spinnenangst nun helfen, genau solche Momente besser zu bewältigen. Jan Heistermann und Prof. Dr. Armin Zlomuzica vom Lehrstuhl Behavioral and Clinical Neuroscience suchen Teilnehmende zwischen 18 und 65 Jahren für eine Studie zu kurzem Expositionstraining. Dabei geht es um das begleitete Herantasten an das gefürchtete Tier – nicht um Heldentum mit achtbeiniger Mutprobe, sondern um wissenschaftlich fundierte Unterstützung. Die Studie dauert insgesamt rund fünf Stunden und umfasst drei Termine. Wer vollständig teilnimmt,…
-
KI baut sich ihr eigenes Bild von der Welt
An der Universität Bonn startet eine neue Forschungsgruppe, die Künstlicher Intelligenz ein umfassenderes Verständnis von Orten vermitteln soll. Der Informatiker Marc Rußwurm entwickelt Methoden, mit denen sich unterschiedliche Geodaten zusammenführen und gemeinsam auswerten lassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt über das Emmy-Noether-Programm. Geodaten liegen heute fragmentiert vor: Satellitenbilder, Karten, Klimadaten oder Höhenmodelle unterscheiden sich in Struktur, Auflösung und Format. Eine gemeinsame Auswertung ist aufwendig. Genau hier setzt die Forschung an. Ziel ist es, diese Daten so zu verbinden, dass KI-Systeme daraus ein konsistentes Gesamtbild ableiten können.
-
KI liest Zahlen aus Studien – Jülicher System automatisiert Datenauswertung
orschende des Forschungszentrums Jülich haben ein KI-System entwickelt, das quantitative Daten aus wissenschaftlichen Texten automatisch extrahiert und strukturiert aufbereitet. Das Framework mit dem Namen Quinex („Quantitative Information Extraction“) soll die Auswertung großer Mengen wissenschaftlicher Literatur erleichtern. Wissenschaftliche Publikationen enthalten zahlreiche Zahlenwerte, etwa zu Wirkungsgraden, Kosten oder Messdaten. Diese Informationen sind häufig im Fließtext eingebettet und bislang nur mit erheblichem Aufwand manuell zugänglich. Quinex setzt an diesem Punkt an: Das System identifiziert Zahlen in Texten, ordnet ihnen passende Einheiten zu und erkennt den jeweiligen Kontext, etwa was gemessen wurde sowie wann, wo und unter welchen Bedingungen.
-
KI bei Gutachten der Deutschen Forschungsgemeinschaft?
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, ist die wichtigste deutsche Organisation zur Förderung der Wissenschaft. Ihr Geld bekommt, wessen Antrag von einem Gutachter für gut befunden wird. Genau für diese Gutachten zieht die DFG jetzt eine neue Grenze für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ab dem 16. April 2026 gelten neue Regeln für den Einsatz von KI in der Begutachtung. Die DFG erlaubt KI dabei nicht grundsätzlich oder schrankenlos, sondern nur unter klaren Bedingungen. Wahnsinnwissen erklärt die Kernpunkte.
-
Nachwuchsforscher zeigen, wie Zukunft entsteht – Jugend forscht NRW 2026
Was passiert, wenn junge Menschen echte Forschungsfragen stellen – und ernst genommen werden? Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Nordrhein-Westfalen wurde genau das sichtbar: 76 Teilnehmer präsentierten an der Ruhr-Universität Bochum ihre Projekte – und die Themen reichen von künstlicher Intelligenz bis zur Mechanik von Sanduhren. Unter dem Motto „Maximale Perspektive!“ trafen sich die besten Nachwuchsforscher aus Regionalwettbewerben in Bochum. Insgesamt 47 Projekte wurden vorgestellt, darunter auch Beiträge von deutschen Schulen im Ausland. Die Teilnehmer waren zwischen 15 und 21 Jahre alt – und arbeiteten teils allein, teils im Team. Die Bandbreite der Themen zeigt, wie vielfältig Forschung heute ist: Ein Projekt untersuchte, wie Musik die Konzentration beeinflusst, ein anderes entwickelte…
-
Vulkanausbruch hilft, Klimawandel zu verstehen
Ein gewaltiger Vulkanausbruch kann helfen, den Klimawandel besser zu verstehen. Das zeigt eine neue internationale Studie zum Ausbruch des Unterwasser-Vulkans Hunga Tonga–Hunga Haʻapai im Jahr 2022. Der Vulkan schleuderte große Mengen Wasserdampf bis in sehr hohe Schichten der Atmosphäre – ein Bereich, der für das Erdklima besonders wichtig ist. Forscher aus vielen Ländern haben untersucht, was dort nach dem Ausbruch geschah. Die Ergebnisse sind im sogenannten APARC-Report 2025 zusammengefasst. APARC ist ein internationales Forschungsprogramm, das erforscht, wie Prozesse in der Atmosphäre das Klima beeinflussen. Für den Bericht wurden Messungen von Satelliten, Wetterballons und Bodenstationen mit Computermodellen kombiniert.


























