
KI: Sprachmodelle bevorzugen, was es schon gibt
Sprachmodelle geben täglich Empfehlungen zu Kaufentscheidungen, Technik und Politik. Eine Untersuchung zeigt, dass ihre Antworten davon beeinflusst werden können, ob eine Option bereits etabliert ist.
Forschende der University of Waterloo untersuchten elf große Sprachmodelle mit Tausenden Fragestellungen. Das auffälligste Muster zeigte sich bei politischen Entscheidungen: Wurde eine Maßnahme als bereits bestehend beschrieben, empfahlen die Modelle in rund 70 Prozent der Fälle, daran festzuhalten. Wurde inhaltlich dieselbe Maßnahme als neuer Vorschlag präsentiert, fiel die Zustimmung auf etwa 34 Prozent.
In der Psychologie heißt die Bevorzugung des Bestehenden Status-quo-Bias. Der Begriff bedeutet nicht, dass die KI politisch konservativ wäre. Sprachmodelle lernen aus menschlichen Texten, in denen etablierte Lösungen besonders häufig vorkommen.
Die Studie zeigt quantitativ, wie ein aus menschlichem Verhalten bekanntes Muster auch ohne Bewusstsein oder eigene Überzeugungen als statistische Antworttendenz entstehen kann.


