
Fakten werden eher geklickt, wenn sie vertraut klingen
Forschende beobachteten über Monate australische Facebook-Gruppen, in denen unter anderem impfkritische Narrative verbreitet wurden. Aus den typischen Kommunikationsmustern entwickelten sie fiktive Zielpersonen und testeten Anzeigen mit unterschiedlichen Formulierungen.
Jeweils zwei Anzeigen enthielten dasselbe Bild, denselben Absender und denselben Link zu einer seriösen Informationsquelle. Verändert wurde lediglich die Sprache: eine Fassung war auf das jeweilige Milieu zugeschnitten, die andere neutral formuliert.
In elf von zwölf Vergleichen wurde die angepasste Fassung häufiger angeklickt. Bei Informationen über Schulen stieg die Klickrate von 1,1 auf 6 Prozent, bei Impfungen von 0,65 auf 0,98 Prozent.
Gemessen wurde Aufmerksamkeit, nicht Überzeugung. Ob die Nutzer die verlinkten Informationen vollständig lasen oder ihre Meinung änderten, ist unbekannt. Der Befund zeigt zunächst, dass seriöse Informationen Menschen leichter erreichen können, wenn ihre Formulierung vertraut klingt.


