
KI bei Gutachten der Deutschen Forschungsgemeinschaft?
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, ist die wichtigste deutsche Organisation zur Förderung der Wissenschaft. Ihr Geld bekommt, wessen Antrag von einem Gutachter für gut befunden wird.
Genau für diese Gutachten zieht die DFG jetzt eine neue Grenze für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ab dem 16. April 2026 gelten neue Regeln für den Einsatz von KI in der Begutachtung. Die DFG erlaubt KI dabei nicht grundsätzlich oder schrankenlos, sondern nur unter klaren Bedingungen. Wahnsinnwissen erklärt die Kernpunkte.
Einsatzzweck
KI darf in Gutachten nur unterstützend eingesetzt werden. Analyse, wissenschaftliche Einordnung und Förderempfehlung müssen bei den Gutachtern bleiben. Erlaubt ist KI etwa für Literatursuche, das Ausformulieren klarer eigener Notizen oder sprachlich-strukturelle Überarbeitung.
Unzulässig ist es, wesentliche Teile eines Gutachtens automatisch und ungeprüft generieren zu lassen. KI darf helfen, aber nicht urteilen.
Vertraulichkeit
Förderanträge enthalten oft unveröffentlichte Ideen, Daten und methodische Details, die nicht unkontrolliert verarbeitet oder gespeichert werden dürfen. Besonders kritisch sind cloudbasierte Systeme, wenn eingegebene Inhalte gespeichert oder für Trainingszwecke genutzt werden könnten.
Zulässig sind deshalb nur lokale Systeme, Lösungen vertrauenswürdiger Einrichtungen oder vertraglich abgesicherte Cloudangebote mit garantierter Datensicherheit.
Transparenz
Wer KI bei einem Gutachten einsetzt, muss das offenlegen. Klar benannt werden sollen Einsatzzweck und Umfang der Nutzung. Eine Kennzeichnung einzelner Sätze verlangt die DFG nicht. Es reichen wenige erläuternde Angaben dazu, wofür KI genutzt wurde.
Nicht angegeben werden müssen reine Hilfen ohne Einfluss auf den wissenschaftlichen Inhalt, etwa Rechtschreibprüfung oder Übersetzungsprogramme.
Qualitätssicherung und Verantwortung
KI-generierte Texte dürfen nicht einfach übernommen werden. Sie müssen auf Richtigkeit, Aktualität und mögliche Verzerrungen geprüft und angepasst werden. Die DFG warnt ausdrücklich vor Fehlern, Bias und dem Risiko, plausibel klingenden KI-Texten zu schnell zu vertrauen.
Die Verantwortung bleibt deshalb vollständig beim Menschen. KI kann beim Formulieren helfen, aber nicht wissenschaftliche Urteilskraft und Verantwortung ersetzen.


