
Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammendenken
Digitalisierung und Nachhaltigkeit gelten in vielen Unternehmen als zentrale Zukunftsaufgaben. Häufig werden beide Bereiche jedoch getrennt voneinander geplant. Das Forschungsprojekt „DualStrat“ hat deshalb untersucht, wie Unternehmen beide Transformationen gemeinsam steuern können.
An dem dreijährigen Projekt waren Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen beteiligt. Die wissenschaftliche Arbeit übernahm unter anderem die Fachgruppe „Behavioral Economic Engineering and Responsible Management“ der Universität Paderborn.
Ziel war es, einen strategischen Ansatz für die sogenannte duale Transformation zu entwickeln. Gemeint ist damit die gleichzeitige Umstellung eines Unternehmens auf digitale Prozesse und nachhaltigeres Wirtschaften.
Digitale Technologien können beispielsweise dabei helfen, Energie- und Materialverbräuche zu erfassen, Lieferketten transparenter zu machen oder Emissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts zu untersuchen. Damit solche Maßnahmen nicht nur vereinzelt eingesetzt werden, braucht es nach Einschätzung der Forschenden jedoch eine gemeinsame Strategie.
Im Projekt entstanden deshalb verschiedene Modelle und Werkzeuge. Dazu gehören ein Vorgehensmodell für die Strategieentwicklung, Instrumente zur Bewertung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen und ein Referenzmodell für Unternehmen. Außerdem entwickelten die Beteiligten einen digitalen Produktpass und eine datenbasierte Analyse des Produktlebenszyklus.
Gemeinsam mit dem Unternehmen Weidmüller entstand zudem ein Kennzahlensystem mit digitalem Dashboard. Es soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele laufend zu überprüfen und auf Grundlage von Daten zu steuern.
Die Forschenden betonen allerdings, dass eine systematische Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Industrie bislang noch nicht weit verbreitet ist. Gerade bei technisch komplexen Veränderungen fehle es häufig an geeigneten Methoden und klaren Zuständigkeiten.
Der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft soll deshalb auch nach dem Projektende fortgesetzt werden. Ein im Rahmen von „DualStrat“ gegründeter Arbeitskreis wird als Fokusgruppe „Nachhaltigkeit & Circular Economy“ weitergeführt.
Das Projekt wurde mit 3,28 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Beteiligt waren neben der Universität Paderborn unter anderem das Fraunhofer IEM, das Wuppertal Institut und mehrere Industrieunternehmen.


