
Peter Thiel, der Sozialist
Peter Thiel hat gerade den Axel Springer Award bekommen und inszeniert sich einmal mehr als großer Libertärer. Auffällig ist, wie viele Milliardäre sich in den letzten Jahren ausgerechnet dann auf die Freiheit des Einzelnen berufen, wenn sie über den Staat reden – und ihre eigenen Geschäftsmodelle prächtig von eben diesem Staat leben.
Bei Elon Musk konnte man diesen Widerspruch in maximaler Ausprägung beobachten. Steuern, Zölle, Meinungsdiktatur in seinen Medien. Peter Thiel steht ihm darin nicht nach.
Thiel verdient mit Palantir an staatlicher Macht: an Systemen, mit denen Staaten Daten zusammenführen, Menschen erfassen, Verhalten analysieren und den Einzelnen für das Kollektiv transparent machen können. Gemeinnutz vor Eigennutz stellen – da ist der Deutsche Thiel in bester deutscher Tradtion.
Und auch deswegen gilt es festzuhalten: Peter Thiel ist Sozialist.
Nicht im Sinne der Verstaatlichung der Produktionsmittel. Finanziell ist er Sozialist, weil er von staatlichen Marktverzerrungen leben will. Aber auch noch viel grundsätzlicher: Sozialismus ist der Vorrang des Kollektivs vor dem Individuum – und damit zwangsläufig auch die Erfassung und Überwachung des Einzelnen, damit dieses Kollektiv seine Ansprüche überhaupt durchsetzen kann. Das Gegenteil von individueller, die dem Liberalen wichtig und dem Libertären quasi heilig ist.
Thiel redet libertär, verdient aber aber durch sozialistisches Handeln. Er predigt individuelle Freiheit und verkauft Werkzeuge an Institutionen, deren Macht gerade darin besteht, individuelle Freiheit zugunsten kollektiver Ziele einzuschränken.
Und Murray Rothbardt rotiert wieder einmal im Grabe.


