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Leistung zählt – nur nicht für alle
In einem funktionierenden System sollten Leistung und Potenzial darüber entscheiden, welche Wege offenstehen. Genau das gilt auch für Bildung. Doch in Deutschland zeigt sich seit Jahren das Gegenteil: Der Bildungsweg von Kindern wird weniger durch ihre Fähigkeiten bestimmt als durch ihre Herkunft. Damit versagt nicht nur die Idee der Chancengleichheit, sondern auch ein zentrales Prinzip jeder leistungsorientierten Ordnung. Eine aktuelle Studie des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln bestätigt dieses Problem erneut. Selbst bei gleichen schulischen Leistungen wechseln Kinder aus sozial benachteiligten Familien deutlich seltener auf das Gymnasium als Kinder aus besser gestellten Haushalten. Statt dass Leistung wirkt und gefördert wird, blockieren soziale Strukturen den Zugang zu weiterführender Bildung.
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Diskriminierung und Bildung – Teil 1
Anspruch und Wirklichkeit Bildung wird oft als zentrales Versprechen moderner Gesellschaften verstanden: Wer sich anstrengt, soll unabhängig von Herkunft oder sozialem Status etwas erreichen können. Bildung soll Teilhabe ermöglichen, soziale Aufstiege erleichtern und Chancengleichheit schaffen. In diesem Idealbild wird Bildung zur „Gleichmacherin“ – zum Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben. Dieses Ideal findet sich auch in den rechtlichen Grundlagen wieder: Das Grundgesetz schützt die Gleichberechtigung (Art. 3), das internationale Menschenrecht auf Bildung (Art. 29 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) ist anerkannt.





