
Warum „Gut genug“ mehr als nur ein Meme ist
Dank TikTok hat ein deutscher Song weltweit Bekanntheit erlangt: „Gut genug“ von KitschKrieg, Blumengarten und Shirin David ist nicht nur in Deutschland, sondern z.B. auch in den USA viral gegangen. Ist das nur ein Meme oder doch der Soundtrack einer Generation, die häufig daran zweifelt, „gut genug“ zu sein?
US-Amerikaner verstehen nur „Doobie Scoot Canoe“ oder „Go to school tomorrow“ und zeigen damit, was für ein Potenzial der Song auch unabhängig von seiner Message hat.
Doch auch, wer der deutschen Sprache mächtig ist, kann den Inhalt auf ganz unterschiedliche Situationen beziehen: Kinder und Jugendliche denken dabei z.B. an Schulnoten, junge Erwachsene an frustrierende Bewerbungsprozesse.

Doch „Gut genug“ ist mehr als nur ein Meme: Der Song, der am 22. Mai releast wurde, kletterte auf Platz 1 der deutschen Single-Charts. Auf Spotify wurde er schon ca. 18 Millionen Mal gestreamt.
Dass dieser Song so erfolgreich ist, dürfte nicht ausschließlich daran liegen, dass es so ein hartnäckiger Ohrwurm ist. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist der Großteil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zwar durchaus selbstbewusst, jedoch stehen sie auch oft unter Leistungsdruck und haben Angst davor, Fehler zu machen. Offensichtlich spricht vielen Kindern und Jugendlichen der Song aus der Seele. Wenn er nur als Meme funktionieren würde, wäre er wohl kaum so oft gestreamt worden.
Nicht „gut genug“ fanden offenbar viele Fans den Part von Shirin David. Die Rapperin steht immer wieder aus diversen Gründen in der Kritik. Als Beispiele seien hier nur der Song Bauch Beine Po, der aufgrund der darin propagierten Schönheitsideale kritisiert wurde, sowie Shirins Auftritt beim Mixed-Martial-Arts-Event „Oktagon 78“ genannt, bei dem sie aus welchen Gründen auch immer nicht den Takt traf.
Hinzu kommt, dass Frauen in der Rapszene immer noch kritischer als ihre männlichen Kollegen beurteilt werden. Das sieht man auch an den Reaktionen auf Ikkimel & Co. Bei „Gut genug“ geht die unterschiedliche Bewertung der Interpreten sogar so weit, dass es auf YouTube von Fans erstellte Versionen des Songs ohne Shirin David gibt.
