
Warum wir bei Bauchschmerzen besonders mitfühlen
Fast jeder kennt es: Bauchschmerzen vor einer Prüfung. Bauchweh nach schlechtem Essen. Und wenn dann jemand sagt: „Ich habe Bauchschmerzen“, reagiert man oft mit: „Oh je, das ist übel. Das tut mir echt leid,“ oder ähnlichem, in jedem Fall mit irgendeinem Ausdruck von Mitleid und Mitgefühl. Vielleicht kommen Zahnschmerzen noch in die Nähe, oder Regelschmerzberichte unter Frauen – aber Bauchschmerz hat da irgendwie etwas Besonderes. Wir nehmen ihn sehr ernst. Und wir leiden oft stärker mit.
Und genau dieses „irgendwie etwas Besonderes“ haben Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum untersucht.
Schmerzen aus dem Körperinneren – etwa Bauchschmerzen – werden nicht nur als intensiver empfunden als äußere Schmerzen wie Hitzeschmerz auf der Haut. Wir fühlen auch stärker mit, wenn andere solche inneren Schmerzen haben – besonders, wenn es vertraute Personen sind.
Für die Studie nahmen 30 gesunde Erwachsene teil, die seit mindestens drei Monaten in einer festen Beziehung waren. An mehreren Terminen erlebten sie zwei Arten von Schmerz: einen Hitzeschmerz auf der Haut des Unterbauchs und einen inneren Bauchschmerz durch Druck. Sie bewerteten jeweils, wie unangenehm der Schmerz war – aus eigener Sicht, aus Sicht ihres Partners und aus Sicht einer unbekannten Person.
Zusätzlich sollten sie sich einige Tage später diese Schmerzen noch einmal vorstellen und erneut einschätzen, wie schlimm sie diese empfanden und wie viel Mitgefühl sie dabei spürten.
Das Ergebnis war deutlich: Innerer Schmerz wurde durchweg als stärker und unangenehmer bewertet als äußerer Schmerz. Gleichzeitig war das Mitgefühl größer – besonders dann, wenn sich die Teilnehmenden vorstellten, der eigene Partner leide unter Bauchschmerzen. Selbst acht Tage später blieb dieser Unterschied in der Erinnerung bestehen.
Die Studie zeigt: Bauchschmerzen treffen uns nicht nur körperlich tiefer – sie bewegen uns auch emotional stärker.


