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Göbekli Tepe: Erstmals Bestattungen nachgewiesen

Göbekli Tepe im Südosten der Türkei gehört zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten der frühen Jungsteinzeit. Die monumentalen Steinbauten mit ihren charakteristischen T-förmigen Pfeilern entstanden lange vor den ersten Hochkulturen Mesopotamiens. Doch eine Frage beschäftigte die Forschung seit Jahrzehnten: Warum fanden sich zwischen den Bauwerken zahlreiche verstreute menschliche Knochen, aber zunächst keine eindeutig dokumentierten Gräber?

Eine im September 2026 in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Untersuchung liefert nun neue Antworten. Die Archäologen Julia Gresky und Lee Clare beschreiben erstmals zwei Bestattungen aus dem präkeramischen Neolithikum B, ungefähr zwischen 8700 und 8000 vor Christus.

Besonders aufschlussreich ist eine bereits 2017 entdeckte Grabgrube unter dem Fußboden eines rechteckigen Gebäudes. Sie enthielt die Überreste von mindestens drei Menschen. Ihre Schädel lagen in einer Ecke der Grube, während andere Knochen teilweise geordnet aufgeschichtet waren.

Die Forschenden untersuchten außerdem eine weitere Bestattung und verglichen die Knochen mit den zahlreichen Fragmenten, die bei früheren Ausgrabungen in den Verfüllungen monumentaler Gebäude entdeckt worden waren.

Dabei ergab sich eine mögliche Erklärung für deren ungewöhnliche Verteilung: Ursprünglich zusammengehörige Bestattungen könnten durch natürliche Umlagerungsprozesse auseinandergerissen worden sein. Erdmaterial aus höher gelegenen Bereichen des Siedlungshügels gelangte im Laufe der Zeit in tiefer liegende Gebäude und transportierte dabei menschliche Knochen mit sich.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Knochenfunde auf diese Weise erklärt werden können. Bereits früher entdeckte Schädel mit Schnittspuren und gezielten Bearbeitungen weisen darauf hin, dass in Göbekli Tepe möglicherweise auch besondere Formen des Umgangs mit Verstorbenen praktiziert wurden.

Die neuen Befunde zeigen somit keine einfache Lösung des Rätsels, sondern erweitern das Bild jungsteinzeitlicher Bestattungspraktiken.

Göbekli Tepe war offenbar nicht nur ein Ort monumentaler Bauwerke und gemeinschaftlicher Aktivitäten. Auch der Umgang mit den Toten spielte dort eine Rolle. Wie diese Praktiken mit den religiösen Vorstellungen der damaligen Menschen zusammenhingen, bleibt weiterhin offen.

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