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LSD-Mikrodosierung: Verbessert sie die Aufmerksamkeit von Frauen?

Kleine Mengen LSD werden gelegentlich mit dem Versprechen eingenommen, Konzentration, Kreativität oder Wohlbefinden zu verbessern. Wissenschaftlich sind solche Wirkungen bislang nur unzureichend belegt. Eine neue Untersuchung liefert nun Hinweise darauf, dass sich mögliche Effekte auf die Aufmerksamkeit zwischen Frauen und Männern unterscheiden könnten.

Die Ergebnisse wurden auf dem Kongress des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) im Oktober 2026 vorgestellt. Grundlage war eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie mit 48 gesunden Erwachsenen, darunter jeweils 24 Frauen und Männer.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen erhielten die Teilnehmenden entweder ein Placebo oder vier Dosen von jeweils 15 Mikrogramm LSD. Diese Menge liegt deutlich unter den Dosierungen, die gewöhnlich für ausgeprägte psychedelische Erfahrungen verwendet werden.

Untersucht wurden unter anderem Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Daueraufmerksamkeit.

Bei den Frauen zeigte sich in einer Aufmerksamkeitsaufgabe ein auffälliger Unterschied: Die durchschnittliche Reaktionszeit betrug in der LSD-Gruppe 308 Millisekunden gegenüber 335 Millisekunden unter Placebo. Auch die Zahl der Aufmerksamkeitsaussetzer war geringer.

Bei den Männern fanden die Forschenden keine vergleichbare statistisch signifikante Verbesserung. Für andere untersuchte kognitive Leistungen ergaben sich ebenfalls keine überzeugenden positiven Effekte.

Allerdings erlaubt die Untersuchung noch keine belastbare Aussage über geschlechtsspezifische Wirkungen. Die Stichprobe war klein, und die entsprechende Auswertung erfolgte nachträglich. Zudem beweist ein signifikanter Effekt bei Frauen bei gleichzeitig nicht signifikantem Ergebnis bei Männern noch keinen statistisch gesicherten Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Unklar bleibt auch, ob bessere Leistungen in einer computergestützten Aufgabe zu einer spürbaren Verbesserung der Konzentration im Alltag führen würden.

Die Ergebnisse sind deshalb vor allem als Ausgangspunkt für weitere Forschung interessant. Größere Studien müssten überprüfen, ob der beobachtete Effekt reproduzierbar ist und welche biologischen oder psychologischen Mechanismen ihn erklären könnten.

Eine Empfehlung zur LSD-Mikrodosierung lässt sich daraus nicht ableiten. Insbesondere gibt es auf dieser Grundlage keinen Nachweis, dass das Verfahren zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen geeignet wäre.

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