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Toleranz – missverstanden und unterschätzt
Was ist eigentlich Toleranz? Und was ist sie nicht? Wir verwenden diesen Begriff häufig, meist positiv konnotiert. Doch in unseren aufgeregten Zeiten wird Toleranz oft zu einer sprachlichen Floskel, die den Wert dieses Wortes eher diskreditiert. Von unserer Gastautorin Christiane Jochum. Die meisten Menschen würden von sich selbst sagen, sie seien tolerant. Ob die Nachbarn verheiratet sind oder ohne Trauschein zusammenleben, welchen Kleidungsstil jemand pflegt oder welche Musikrichtung andere bevorzugen – dies alles sind Themen, die kaum noch interessieren, schon gar nicht mehr als Aufreger taugen. Normen sind im steten Wandel begriffen und ändern sich im Lauf der Zeit, sodass gesellschaftliche Entwicklungen sozusagen „nebenbei“ passieren. Was gestern noch unerhört schien,…
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Erst stirbt der Wal – dann hasst der Mensch
Ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee ist zunächst einmal kein politisches Ereignis, sondern ein biologisches Problem mit begrenzten und riskanten Handlungsmöglichkeiten. Doch genau darin liegt offenbar bereits die erste Zumutung für einige Menschen, denn was fachlich komplex, unsicher und widersprüchlich ist, wird in der öffentlichen Reaktion schnell in Hass übersetzt: „Es gab Möglichkeiten, den Wal zu retten, aber ihr wolltet es einfach nicht.“ „Wie toll, dass ihr Pseudoexperten erst jetzt auf die Idee kommt, ihn zu befeuchten.“ „Ihn einfach sterben zu lassen ist einfacher und bei weitem günstiger.“





