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Was hat der Tod unseren Ralf zu ficken?

Ralf Richter ist tot.

Und dieser deutsche Schauspieler hat unfassbar viele Rollen auf großartigste Art und Weise gespielt. Für mich, und ich glaube für viele andere auch, bleibt er aber immer dieser unfassbar unsympathische Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“.

Das war eine Rolle, die mich völlig umgehauen hat, so wie es ein Film war, der mich umgehauen hat, und einer der Filme neben „Doppelpack“ und „Fußball ist unser Leben“, die für mich Ruhrgebiet pur sind.

Blenden wir dabei einmal Filme wie „Was nicht passt, wird passend gemacht“ aus und stellen neidlos fest: „Bang Boom Bang“ hat eine ganze Generation geprägt. Und Ralf Richter auch.

Er spielte darin weiß Gott keinen Sympathen. Einen Ruhrgebietsvollproll, einen Knasti, einen Gewalttäter, einen einfach unfassbar echt unsympathischen Typen, völlig überzeichnet, in einer Bodybuilderhose. Solche Typen sah man seinerzeit überall. Nicht nur in Gelsenkirchen.

Es ist eine Reminiszenz an die Vergangenheit, und so wie vieles Entspannte, Harmlose, aber Kultige aus der Vergangenheit derzeit aufhört zu sein, ist auch Ralf Richter weg. Er war Ruhrpott. So wie vielleicht sonst nur Willi Thomczyk oder Götz George.

Und Ruhrpott spielte er auch in „Superstau“. Als Hermann Pacholke, Bergmann aus Gelsenkirchen, der praktisch von der Schicht ins Auto springt, damit die Familie noch rechtzeitig die Fähre nach Korsika erwischt. Einer dieser Filme, den man irgendwie nicht kennt und dann, wenn man vom Commander spricht, doch merkt, dass mehr Leute ihn kannten, als man dachte.

Aber für mich wird Ralf Richter immer untrennbar mit „Bang Boom Bang“ verbunden sein. Ich werde nie vergessen, wie die Videos von seinem Banküberfall aussahen. Und ich werde auch die Szene nicht vergessen, wie er im Knast einfach mal den Fernseher nimmt und auf seinen Mithäftling knallt, als dieser sagt: „Endlich haste den Scheiß ausgemacht. Die Alte war ja schäbbig wie die Nacht.“

Als Ralf Richter realisiert, dass in einem Porno Franky, der Videotheksinhaber mit dem Pornostudio im Keller, mit seiner Frau das tut, was im Pornofilm eben so mit Frauen getan wurde.

Ich habe „Bang Boom Bang“ oft geguckt. Und ich finde gar nicht einmal, dass dieser Film schlecht gealtert ist. Nein, ich finde sogar den Humor und die Sprüche nicht in eine Richtung gehend, die man heute nicht mehr machen kann, weil dieser Film sich über alles im Ruhrgebiet lustig machte. Und jeden.

Und so bleibt uns zum Ende des Tages nur die Frage:

Was hat der Tod unseren Ralf zu ficken?

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