
Woher kommt der Hype um Panini-Sticker?
Die WM 2026 ist eigentlich sehr umstritten. Dennoch war es noch nie so schwer, an Panini-Sticker zu kommen wie derzeit. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Was haben neun Kiosks (oder „Büdchen“, wie wir sie in Köln nennen), zwei Buchläden und ein Supermarkt gemeinsam? Richtig, an all diesen Orten suchte ich vergeblich nach Panini-Stickern. Ein Kioskbesitzer erzählt mir, er komme nicht einmal an Sticker für seine eigene Tochter. Ein Anderer sagt, er habe mit vielen befreundeten Kollegen gesprochen und keiner von denen habe noch Sticker vorrätig. Auch auf der Website von Panini sind Sticker erst ab Anfang Juli lieferbar. Doch woran liegt das?
Ein Grund dafür ist, dass erst am 31. März die letzten Spiele der WM-Qualifikation feststanden. Bevor das Teilnehmerfeld der WM feststand, konnte Panini auch nicht mit der Produktion beginnen. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass das Unternehmen selbst nicht damit gerechnet hat, dass es dieses Jahr so einen großen Hype um die WM-Sticker geben würde.
Offensichtlich sind es nicht nur Kinder, die im Sammelfieber sind, sondern auch viele Erwachsene, bei denen das Auspacken, Einkleben und Tauschen der Sticker Nostalgie auslöst. Viele Erwachsene haben jedoch die WM 2022 in Katar boykottiert. Hinzu kommt, dass diese Weltmeisterschaft die vorletzte Möglichkeit ist, Panini-Sticker zu sammeln. Danach wechselt die Lizenz für die Stickeralben zur US-amerikanischen Marke „Topps“. Dabei wird kaum ein Produkt so sehr mit einer Marke verbunden wie Sticker zu Fußball-Weltmeisterschaften mit Panini. Seit der WM 1970 gibt es zu jedem Turnier ein Sammelalbum des italienischen Unternehmens.
Sowohl die Anzahl der Sticker als auch der Preis pro Sticker sind seitdem jedoch deutlich gestiegen. Eine Tüte mit sieben Stickern kostet regulär 1,50 Euro. Am Kiosk zahlt man in der Regel 2 Euro, wie ein Kioskbesitzer mir erzählt. Wer im Netz bestellen will, muss ebenfalls häufig draufzahlen.
Die hohe Nachfrage rechtfertigt den Preis und sorgt dafür, dass sämtliche Kiosks trotzdem schnell leergekauft werden. Es gibt aufgrund der Aufstockung des Teilnehmerfeldes auch mehr Sticker als früher. Bei der WM 2006 gab es 596 Sticker. Eine Tüte kostete damals 50 Cent und enthielt 5 Sticker. 2026 gibt es 980 verschiedene Sticker. Selbst, wenn man davon ausgeht, dass man pro Tüte nur 1,50 Euro zahlen würde und sämtliche doppelten Sticker tauschen kann, müsste man demnach mindestens 210 Euro ausgeben, um das Album zu füllen. Das ist mehr als drei Mal so viel wie noch vor 20 Jahren. Hinzu kommt: Tatsächlich geben Sammler aufgrund der hohen Zahl an Dopplungen meist deutlich mehr aus. Tauschen gehört natürlich auch zum Sammelspaß dazu, aber selbst wenn man gut vernetzt ist, war es noch nie so schwer, ein Panini-Album zu füllen.


