
Die FIFA will nicht, dass ihr diese Flagge seht
Wenn (oder falls) die iranische Mannschaft bei der WM 2026 aufläuft, wird es um mehr als nur Fußball gehen. Es geht auch um die Frage, welche Symbole bei einem solchen Turnier gezeigt werden dürfen und welche nicht.
In zwei Wochen beginnt die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA. Nach wie vor ist unklar, ob der Iran, der sich sportlich für die WM qualifiziert hat, auch wirklich daran teilnehmen wird.
US-Präsident Donald Trump sprach angesichts des Iran-Krieges davon, dass es aus Sicherheitsgründen besser für die iranische Mannschaft sei, nicht an dem Turnier teilzunehmen. Deren Quartier wurde von Tucson (Arizona) ins mexikanische Tijuana verlegt.
FIFA-Chef Gianni Infantino bestätigte jedoch, dass die Spiele mit iranischer Beteiligung weiterhin in den USA stattfinden sollen. Das bringt gleich mehrere Probleme mit sich, allen voran, dass die iranischen Spieler immer noch auf die Erteilung ihrer Visa warten.
Der iranische Verband fordert bei der WM zudem ein Verbot von Regenbogenflaggen, was sicher auch mit dem als „Pride Match“ deklarierten Vorrundenspiel gegen Ägypten in Seattle liegt. Es ist eins der wenigen Themen, bei denen die Trump-Regierung und die Mullahs einer Meinung sein dürften, und auch die FIFA hat bekanntlich bei der WM in Katar unterbunden, dass Teams mit der sogenannten „Pride Flag“ als Kapitänsbinde auflaufen. Daher würde es nicht überraschen, wenn diese Forderung der Iraner erfüllt werden würde.
Bei einer anderen Flagge kommt die FIFA den Mullahs bereits entgegen: Die historische Nationalflagge, die von 1964 bis zur Islamischen Revolution im Jahr 1979 Bestand hatte, darf während der WM nicht in den nordamerikanischen Stadien gezeigt werden, da es sich nach der Definition des Fußball-Weltverbands um ein politisches Symbol handelt.
Tatsächlich ist die Flagge mit dem Löwen und der Sonne nicht unumstritten, denn sie ist eng mit dem autoritären Schah-Regime verbunden, wie Ruben Gerczikow für die Jüdische Allgemeine schreibt. Dennoch nutzen viele iranische Oppositionelle sie als Symbol des Widerstands gegen das Mullah-Regime.


