
Kehrt Sead Kolasinac zu Schalke zurück?
von t. student
Die Frage, ob Sead Kolasinac zu Schalke zurückkehrt, geistert schon länger durchs Netz. Würde doch perfekt passen: Trainer Muslic, Abwehrchef Katic und Stürmerstar Dzeko (dessen Vertragsverlängerung noch ungewiss ist) sind seine Landsleute und schätzen ihn fußballerisch wie menschlich. „Seo“, dessen Vertrag in Bergamo ausläuft, hat ohnehin nie einen Hehl aus seiner Liebe zum geilsten Club der Welt gemacht.
Gemach, gemach. Wenden wir uns zunächst der Systemfrage zu. Welche Position könnte Kolasinac, der meist als linker Außenverteidiger unterwegs war, bekleiden? Zu Beginn der abgelaufenen Saison galt es in allererster Linie, die Abwehr zu stabilisieren. Dies gelang Miron Muslic durch die Implementierung einer Dreier-Abwehrkette vortrefflich. Mit Nikola Katic, Hasan Kurucay und Timo Becker sowie Mertcan Ayhan als erstem Nachrücker wurde erfolgreich Stahlbeton angerührt, wovon nur 10 Gegentore zum Ende der Hinrunde zeugen (zum Vergleich: die übermächtigen Bayern hatten zur Winterpause deren 13 kassiert). Auf der linken Außenbahn ging der Stern von Vitalie Becker als Schienenspieler auf. Lauf- und kampfstark, darüber hinaus noch torgefährlich.
Nur 10 Gegentore in allen Ehren, doch wenn die Mannschaften auf den Abstiegsplätzen mehr Tore erzielt haben als der Tabellenführer (Fürth 26, Dresden 24 gegenüber 22 Schalker Treffern), dann bedarf es in der Winterpause doch der ein oder anderen Korrektur. Hier gelangen Frank Baumann mit den Verpflichtungen von Edin Dzeko, Adil Aouchiche, Dejan Ljubicic und Moussa Ndiaye absolute Volltreffer, noch dazu für kleines Geld. Damit einher ging eine Systemumstellung hin zur Viererabwehrkette. Da Vitalie Becker verletzungsbedingt ausfiel, war Ndiaye sogleich als linker Außenverteidiger in jener Viererkette gesetzt und überzeugte auf Anhieb, auch im Zusammenspiel mit Aouchiche auf der offensiven linken Außenbahn.
Falls Schalke eine Etage höher an der Viererkette festhalten sollte, wäre Kolasinac als linker Außenverteidiger am besten aufgestellt. Jedoch laufen gerade intensive Verhandlungen, um Ndiaye, der bislang vom RSC Anderlecht nur ausgeliehen war, fest zu verpflichten. Sollte dies gelingen, was allerdings auch eine Frage des Geldes ist, hätte Schalke plötzlich ein Überangebot auf hinten links, da auch Vitalie Becker gehalten werden soll. Apropos Geld: In seiner Eigenschaft als Herzblutschalker ist davon auszugehen, dass Seo keine überzogenen Gehaltsforderungen stellen würde. Und er wäre ablösefrei, da sein aktueller Vertrag in Bergamo zum 30.06. endet.
Würde Schalke zur defensiveren Dreierkette mit Schienenspieler zurückkehren, wäre Kolasinacs Position wohl die des linken Innenverteidigers, nun in Konkurrenz zu Kurucay. Ndiaye und Vitalie Becker würden um die Rolle des linken Schienenspielers buhlen, wobei Seo auch diese Rolle spielen könnte.
Fazit: Auf den Kolasinac-Positionen ist Schalke Stand Ende der abgelaufenen Saison durchaus solide aufgestellt. Falls Ndiaye jedoch nicht gehalten werden kann, könnte Kolasinac die dadurch entstandene Lücke in beiden denkbaren Abwehrsystemen perfekt schließen und wäre sicherlich eine Verstärkung zu einem sehr günstigen Preis, die darüber hinaus die Kumpel-und-Malocher-Mentalität zu 1904 % mitbringen würde.


