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Fakten werden eher geklickt, wenn sie vertraut klingen
Forschende beobachteten über Monate australische Facebook-Gruppen, in denen unter anderem impfkritische Narrative verbreitet wurden. Aus den typischen Kommunikationsmustern entwickelten sie fiktive Zielpersonen und testeten Anzeigen mit unterschiedlichen Formulierungen. Jeweils zwei Anzeigen enthielten dasselbe Bild, denselben Absender und denselben Link zu einer seriösen Informationsquelle. Verändert wurde lediglich die Sprache: eine Fassung war auf das jeweilige Milieu zugeschnitten, die andere neutral formuliert. In elf von zwölf Vergleichen wurde die angepasste Fassung häufiger angeklickt. Bei Informationen über Schulen stieg die Klickrate von 1,1 auf 6 Prozent, bei Impfungen von 0,65 auf 0,98 Prozent. Gemessen wurde Aufmerksamkeit, nicht Überzeugung. Ob die Nutzer die verlinkten Informationen vollständig lasen oder ihre Meinung änderten, ist unbekannt. Der…
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Gute Leser fallen seltener auf Falschinformationen herein
Lesekompetenz könnte beim Umgang mit Desinformation wichtiger sein als manche spezielle Technik zum Erkennen von Fake News. Darauf deutet eine große internationale Untersuchung hin. Die Forschenden analysierten Daten von 232.901 Jugendlichen aus 49 Ländern, die 2022 an PISA teilgenommen hatten. PISA steht für „Programme for International Student Assessment“, die internationale Schulleistungsstudie der OECD. Gegenübergestellt wurden die gemessene Lesekompetenz und Angaben der Jugendlichen zu ihrem Umgang mit Informationen im Internet. Jugendliche aus sozial besser gestellten Familien zeigten insgesamt einen kritischeren Umgang mit Onlineinformationen. Zugleich hing eine höhere Lesekompetenz mit kritischerem Informationsverhalten zusammen. Besonders ausgeprägt war dieser Zusammenhang bei sozial benachteiligten Jugendlichen. Fast ein Drittel gab an, bereits erfundene Informationen weitergegeben zu…
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Die Zukunft unter KI – man kann auch pessimistisch sein
Im ZEIT Magazin (Ausgabe 28/2026) durften zehn KI-Experten beschreiben, wie sie die Welt in einem, in fünf und in zehn Jahren sehen. Auf einer Skala von eins (sehr besorgt) bis zehn (sehr optimistisch) kam keiner unter fünf. Ob man seitens der ZEIT keinen Pessimisten finden konnte oder wollte, ist dem Autor nicht bekannt (man hätte z. B. hier suchen können). Auch er kann nicht in die Zukunft blicken, findet aber, es sollte der Vollständigkeit halber auch ein ungünstiges Szenario beschrieben werden. Hier folgt es. In einem Jahr Die Veränderung vollzieht sich noch weitgehend unbemerkt. Während in Europa Verwaltungen und Konzerne gerade dabei sind, Regelungen für die Verwendung von Chatbots…
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Ministerin Bär entdeckt die „hybride Bedrohung“
Man kann Konservativen nicht vorwerfen, zu nah am Puls der Zeit zu sein. Jemals. Und Forschungsministerin Doro Bär ist eine gute Konservative. Frau Bär hat nun erkannt, dass es hybride Bedrohungen gibt. Hybride Bedrohungen! Also Dinge wie Cyberangriffe, Desinformation, Spionage – all das, womit sich Militärs, Sicherheitsbehörden, Journalisten und eigentlich jeder, der die letzten 15 Jahre nicht als Schwamm im Marianengraben verbracht hat, schon länger beschäftigt. Aber jetzt ist es offiziell: Das Forschungsministerium hat eine Förderrichtlinie veröffentlicht. Man möchte sich die Szene vorstellen: irgendwo in Berlin ein Raum, ein Whiteboard, betretenes Schweigen – und dann sagt jemand vorsichtig: „Was, wenn Angriffe nicht nur militärisch sind?“ Kurzes Nicken. Dann: „Was, wenn…
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2,1 Millionen gegen Desinformation – Wie ein Forschungsprojekt junge Menschen schützen will
TikTok, Instagram, YouTube – für viele Jugendliche sind soziale Medien die wichtigste Nachrichtenquelle. Doch genau dort verbreiten sich auch politische Falschinformationen besonders schnell. Ein neues Forschungsprojekt aus Düsseldorf will das nun systematisch untersuchen – und Lösungen entwickeln. Unter dem Namen WIEGE („Wiederholt Getäuscht“) startet ein interdisziplinäres Projekt unter Leitung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Über drei Jahre stehen dafür 2,1 Millionen Euro Fördermittel bereit. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie politische Desinformation entsteht, wie sie wirkt – und wie junge Menschen widerstandsfähiger dagegen werden können.














