Sport

WM 2026: Die Chancen der Außenseiter

Durch die Aufstockung der WM auf 48 Teilnehmerländer sind diesmal deutlich mehr kleine Länder auf der großen Fußballbühne vertreten als bei vergangenen Turnieren. Wir stellen die Außenseiter vor und bewerten ihre Chancen, die Gruppenphase zu überstehen.

Curaçao

FIFA-Weltrangliste: 82. Platz

Curaçao zählt zu den sogenannten „ABC-Inseln“ (Aruba, Bonaire, Curaçao), die noch bis 2010 zu den Niederländischen Antillen gehörten. Das Land ist zwar nach wie vor Teil des Königreichs Niederlande, aber nicht in der EU. Es ist das kleinste Land, das jemals an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat.

Alle Spieler besitzen auch die niederländische Staatsbürgerschaft, mit Ausnahme von Tahith Chong sind auch alle in der Niederlande geboren. Dementsprechend sind die Spieler gut ausgebildet. Ein Beispiel dafür ist Kapitän Leandro Bacuna, der beim FC Groningen ausgebildet wurde und mit 71 Länderspielen Rekordnationalspieler von Curaçao ist.

Dass sich der Inselstaat nur 15 Jahre nach der Aufnahme in die FIFA zum ersten Mal für eine WM qualifizieren konnte, ist dennoch eine Sensation. In der Gruppe E mit Deutschland, Elfenbeinküste und Ecuador dürften sie nur geringe Chancen haben, in die K.o.-Phase einzuziehen.

DR Kongo

FIFA-Weltrangliste: 46. Platz

Der Artikel wird im Laufe des 15.6. ergänzt.

Haiti

FIFA-Weltrangliste: 83. Platz

Haiti nahm 1974 erstmals an einer Weltmeisterschaft teil. 52 Jahre später gelang es den Haitianern erneut, sich für eine WM zu qualifizieren. Die Rahmenbedingungen der beiden Turniere unterscheiden sich jedoch deutlich: 1974 nahmen nur 16 Mannschaft an der WM-Endrunde teil, nun sind es 48. 1974 fand die WM in Westdeutschland statt, nun in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten.

Alle Gruppenspiele der Haitianer finden auf US-amerikanischem Boden statt. In den USA gibt es eine große haitianische Community. Etwa 500.000 haitianische Staatsbürger sind derzeit von Abschiebung bedroht, weil die US-Regierung behauptet, dass Haiti sicherer geworden sei. Wie viele andere Nationen ist auch Haiti von Trumps generellem Einreisestopp betroffen, weshalb die Mannschaft auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten muss.

Einer der Hoffnungsträger ist Wilson Isidor. Der Stürmer vom AFC Sunderland schoss in der vergangenen Saison 6 Tore in der Premier League, die immerhin als beste Liga der Welt gilt. Jean-Ricner Bellegarde ist bei den Wolverhampton Wanderers zwar kein Stammspieler, auch er hat in der Premier League aber immerhin schon wertvolle Erfahrung gesammelt.

Doch das Leistungsgefälle im haitianischen Kader ist groß: Josué Duverger, der als dritter Torwart zur WM mitfährt, spielt z.B. in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar für den FC Cosmos Koblenz. Auf dem Papier hat Haiti klar den schwächsten Kader in Gruppe C.

Im ersten Gruppenspiel gegen Schottland zeigte Haiti eine starke Leistung, die jedoch nicht belohnt wurde. Am Ende ging das Spiel trotz leichtem Chancenplus mit 0:1 verloren. Die anderen beiden Gruppengegner Brasilien und Marokko sind deutlich stärker als die Schotten einzuschätzen. Daher dürfte für Haiti in der Vorrunde Schluss sein.

Irak

FIFA-Weltrangliste: 57. Platz

Der Artikel wird im Laufe des 15.6. ergänzt.

Jordanien

FIFA-Weltrangliste: 63. Platz

Der größte Erfolg der jordanischen Nationalmannschaft auf kontinentaler Ebene liegt gerade einmal zwei Jahre zurück: Anfang 2024 zogen „Al Nashama“ (dt. „Die Ehrenhaften“ / „Die Tapferen“) ins Finale des AFC Cup ein, wo sie Gastgeber Katar mit 1:3 unterlagen.

Nun gelang der Mannschaft von Jamal Sellami erstmals die Qualifikation für eine WM-Endrunde. Als Schlüsselspieler gilt Rechtsaußen Mousa Tamari vom französischen Erstligisten Stade Rennes. In der vergangenen Saison hatte Tamari mit 6 Toren und 9 Assists entscheidenden Anteil daran, dass sich Stade Rennes für die Conference League qualifizieren konnte. Ansonsten ist die Mannschaft aber nicht sonderlich stark besetzt.

Mit Argentinien, Algerien und Österreich hat Jordanien zudem starke Gruppengegner erwischt. Alles andere als ein Vorrundenaus wäre daher eine faustdicke Überraschung.

Kap Verde

FIFA-Weltrangliste: 67. Platz

Kap Verde war bis 1975 eine portugiesische Kolonie. Viele Spieler besitzen auch die portugiesische Staatsbürgerschaft.

Kapitän ist Rekordnationalspieler Ryan Mendes. Der Flügelspieler schoss in 96 Länderspielen 22 Tore und spielt zurzeit in der zweiten türkischen Liga. Ein weiterer Schlüsselspieler ist der Innenverteidiger Logan Costa. In der Saison 2024/25 war er noch Stammspieler beim FC Villarreal, jedoch bestritt er in der darauffolgenden Saison verletzungsbedingt nur zwei Pflichtspiele.

Im vorletzten Testspiel vor dem Turnierstart zeigte sich Kap Verde schon in WM-Form und schlug Serbien mit 3:0. In der Gruppenphase warten mit Spanien und Uruguay zwei starke Gegner auf die Mannschaft, deren größter Erfolg der zweimalige Viertelfinaleinzug beim Afrika Cup war (zuletzt 2023). Saudi-Arabien dürfte dagegen ein Gegner sein, den Kap Verde an einem guten Tag schlagen könnte. Ein Sieg könnte reichen, um sich als Gruppendritter für’s Sechzehntelfinale zu qualifizieren.

Katar

FIFA-Weltrangliste: 56. Platz

Katar hat 2022 zum ersten Mal an einer WM teilgenommen. Damals war der Wüstenstaat jedoch als Gastgeber automatisch qualifiziert. Nun ist es der katarischen Mannschaft zum ersten Mal gelungen, sich sportlich für eine WM zu qualifizieren.

Nationaltrainer ist der Spanier Julen Lopetegui. Bei der WM 2018 sollte er eigentlich die spanische Nationalmannschaft trainieren, wurde jedoch zwei Tage vor dem ersten Spiel entlassen. Grund für die Entlassung war, dass bekannt geworden war, dass Lopetegui nach dem Turnier zu Real Madrid wechseln würde, worüber er den spanischen Verband nicht vorab informiert hatte. Nun darf er doch noch eine WM als Trainer erleben, allerdings mit völlig anderen Vorzeichen.

Die meisten katarischen Nationalspieler spielen in der heimischen Liga und sind daher ein deutlich niedrigeres Niveau gewohnt als Mannschaften, deren Spieler in den europäischen Top-Ligen spielen.

Ins Eröffnungsspiel gegen die Schweiz ging Katar als krasser Außenseiter, konnte dann jedoch in der 94. Minute den Ausgleich erzielen und sich so überraschend einen Punkt sichern. Da Kanada gegen Bosnien-Herzegowina ebenfalls Unentschieden spielte und auch nicht als große Fußballnation gilt, ist es nun durchaus möglich, dass Katar überraschend der Einzug ins Sechzehntelfinale gelingt.

Usbekistan

FIFA-Weltrangliste: 50. Platz

Der Artikel wird im Laufe des 15.6. ergänzt.

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