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Woran die deutsche WM-Bewerbung scheitern könnte

Der DFB möchte sich erneut auf die Austragung einer Weltmeisterschaft bewerben. Bis 2034 sind alle Turniere bereits vergeben. Die nächstmöglichen Turniere, die in Deutschland ausgetragen werden könnten, sind demnach die WM 2038 oder die WM 2042, also in etwa der Zeitraum, in dem in Deutschland auch Olympische Spiele ausgetragen werden sollen.

Die Bundesregierung unterstützt die Pläne des DFB, wie Sportministerin Christiane Schenderlein erklärte. Dabei müssten jedoch auch Kriterien wie Transparenz, Nachhaltigkeit und die Wahrung von Menschenrechten beachtet werden, betonte Schenderlein. Das sind dieselben Werte, die zumindest auf dem Papier auch bei der FIFA für die Ausrichtung einer WM vorausgesetzt werden.

Deutschland hatte bereits 1974 und 2006 als Gastgeber fungiert, jedoch haben sich seitdem die Voraussetzungen geändert, was eine erneute Bewerbung erschweren könnte.

Schaut man sich die Kriterien für die Vergabe von Fußball-Weltmeisterschaften an, wird schnell klar, warum diese immer öfter in mehreren Ländern ausgetragen werden. Es gibt schlichtweg nur noch eine handvoll Länder auf der Welt, die überhaupt noch in der Lage wären, eine WM auszurichten. Selbst für Deutschland könnten die Voraussetzungen der FIFA problematisch werden.

Es werden nämlich mindestens 14 Stadien mit einer Mindestkapazität von 40.000 Sitzplätzen benötigt, darunter zwei Stadien mit einer Mindestkapazität von 60.000 Sitzplätzen für die beiden Halbfinalspiele und ein Stadion mit einer Mindestkapazität von 80.000 Sitzplätzen für das Finale. Die ersten beiden Kriterien kann Deutschland erfüllen, die 14 möglichen Austragungsorte stehen sogar schon fest. Dabei soll es sich laut einem Bericht der „Bild“ um Berlin, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, Mönchengladbach, München und Stuttgart handeln. Auffällig ist: Nur zwei dieser Stadien befinden sich in Ostdeutschland. Auch die regionale Verteilung der Stadien bei einer potenziellen WM-Bewerbung ist der Bundesregierung ein Anliegen.

Für die FIFA dürfte das kein Problem darstellen, schließlich waren auch bei der WM 2006 das Leipziger Zentralstadion und das Berliner Olympiastadion die einzigen Spielstätten im Osten der Republik.

Doch es gibt womöglich ein größeres Problem: Was Deutschland fehlt, ist ein geeignetes Finalstadion. Das Berliner Olympiastadion, in dem das Finale der WM 2006 stattfand, liegt mit 73.856 Plätzen unter der geforderten Mindestkapazität.

Das Dortmunder Westfalenstadion hat zwar im Ligabetrieb eine Kapazität von 81.365 Plätzen. Bekanntlich ist die Dortmunder Südtribüne jedoch mit etwa 25.000 Stehplätzen die größte Stehplatztribüne Europas. Bei internationalen Spielen reduziert sich das Fassungsvermögen somit auf ca. 66.000 Plätze.

Auch die Münchner Allianz Arena erfüllt diese Anforderung nicht. Im Ligabetrieb beträgt die Kapazität der Arena 75.000 Plätze, bei einer Umwandlung der Stehplätze sind es noch 70.000. Eine weitere Erhöhung der Kapazität, wie es sie schon mehrfach gegeben hat, ist nicht denkbar.

Unklar ist, mit welchem Hamburger Stadion der DFB plant. Das Volksparkstadion hat eine Kapazität von 57.000 Plätzen (51.000 bei internationalen Spielen) und soll sogar noch ausgebaut werden. Gleichzeitig soll ein neues Stadion im Volkspark entstehen, obwohl dafür eigentlich gar keine Notwendigkeit besteht – schon gar nicht, da die Hamburger Bürgerschaft sich mehrheitlich gegen eine Olympia-Bewerbung entschied und Hamburg sich daraufhin aus dem Bewerbungsprozess für die Spiele zurückzog.

Auch in Köln wird über einen Stadionausbau in ferner Zukunft diskutiert. Die Priorität des FC liegt jedoch angesichts des Dauerkonflikts um den Ausbau des Geißbockheims in den kommenden Jahren darauf, die Anzahl der Trainingsplätze zu vergrößern. Die geplante Weltmeisterschaft im eigenen Land käme wahrscheinlich zu früh, um einen Stadionausbau zu realisieren.

Bei der WM 2038 könnte Deutschland ohnehin vom Bewerbungsprozess ausgeschlossen werden, wenn die FIFA sich an das Rotationsprinzip hält. Nach diesem Prinzip dürfen sich nur Länder aus Kontinenten, die in den vorangegangenen acht Jahren nicht bei einer WM-Vergabe berücksichtigt wurden, auf die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft bewerben.

Nachdem die WM 2030 in Europa (Spanien und Portugal), Afrika (Marokko) und Südamerika (je ein Spiel in Argentinien, Paraguay und Uruguay) und die WM 2034 in Asien (Saudi-Arabien) stattfinden wird, stehen demnach nur noch Länder aus Nordamerika und Ozeanien zur Wahl. Kurioserweise würde das bedeuten, dass die WM 2038 erneut zumindest teilweise in den USA stattfinden müsste, da kein anderes Land aus diesen beiden Kontinentalverbänden auch nur annähernd über die benötigte Anzahl an WM-tauglichen Stadien verfügt. Es ist jedoch möglich, dass die WM 2038 als Beginn eines neuen Rotationszyklus betrachtet wird und sich dementsprechend alle Mitgliedsländer der FIFA bewerben dürfen.

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