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Und wer denkt an Westdeutschland?
Seit mehr als drei Jahrzehnten hören wir dieselbe Geschichte. Ostdeutschland sei abgehängt. Ostdeutschland sei benachteiligt. Ostdeutschland werde nicht verstanden. Und weil wir im Westen dazu neigen, Klagen mit Wahrheit zu verwechseln, nehmen wir diese Erzählung bis heute weitgehend widerspruchslos hin. Aber wer jammert, hat nicht automatisch recht. Seit der Wiedervereinigung sind Hunderte Milliarden Euro in den Osten geflossen. Infrastruktur wurde erneuert, Unternehmen gefördert, Kommunen gestützt, Sozialleistungen ausgeschüttet. Generationen westdeutscher Steuerzahler haben erhebliche Lasten getragen. Gleichzeitig entwickelte sich eine politische Kultur, in der jeder Hinweis auf die tatsächlichen Leistungen des Westens als Arroganz ausgelegt wurde. Doch irgendwann muss eine Gesellschaft den Mut aufbringen, die naheliegende Frage zu stellen: Was genau hat…
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Grünes Licht für neue Neutronenquelle in Deutschland
Der Wissenschaftsrat – das wichtigste Beratungsgremium für Forschungspolitik in Deutschland – hat sich für den Bau einer neuen Neutronenquelle in Jülich ausgesprochen. Solche Empfehlungen gelten als entscheidender Schritt auf dem Weg zur staatlichen Förderung großer Forschungsanlagen. Die geplante Anlage HBS-I soll Neutronen erzeugen, mit denen sich Materialien bis auf atomarer Ebene untersuchen lassen – etwa für neue Batterien oder Werkstoffe. Anders als klassische Reaktoren kommt sie ohne nuklearen Brennstoff aus. Hintergrund: Weltweit gehen geeignete Neutronenquellen zurück. Die neue Anlage könnte diese Lücke schließen und Forschung sowie Industrie besseren Zugang zu dieser Schlüsseltechnologie ermöglichen.
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Wer Gen Z faul findet, ist unfähig
Überall lese ich immer und immer wieder, wie schlimm es um die Jugend von heute steht. Das habe ich schon im Lateinunterricht gelesen, und daran hat sich nichts geändert. Vielleicht ist das der zeitlose Versuch der älteren Generation, ihren Platz nicht räumen zu müssen, wenn es darum geht, in Konkurrenz zu den Jungen zu treten. Und so ist das aktuelle Gejammer bei der sogenannten Gen Z angekommen, den jungen Arbeitnehmern, die auf den Arbeitsmarkt strömen. Um direkt einmal das Klischee zu bedienen: Die wollen alle nicht arbeiten, die wollen alle nur frei haben, die sind faul. Denen geht Work-Life-Balance über alles. Ignorieren wir erst einmal den Umstand, dass Work-Life-Balance in…
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Was uns versorgt – und was das über uns sagt
Stromnetze, Wasserleitungen, Verkehrswege – Infrastrukturen versorgen uns. Aber sie zeigen auch, was eine Gesellschaft für lebensnotwendig hält. Eine neue Forschungsgruppe an der Ruhr-Universität Bochum will genau das untersuchen: Wie Infrastrukturen Vorstellungen vom guten Leben prägen, wer versorgt wird – und wer nicht. Unter Leitung von Prof. Dr. Jörn Etzold (Theaterwissenschaft) rücken dabei nicht nur technische, sondern auch ästhetische und gesellschaftliche Fragen in den Fokus. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ab Oktober 2025, vereint das Projekt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs Ländern. Gemeinsam erforschen sie die historischen und gegenwärtigen Spuren kolonialer, industrieller und extraktiver Infrastrukturen – und fragen, wie man sie sichtbar machen kann.
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Vier Unis, ein Ziel: Genomtechnik
Genomforschung braucht Daten, Technik – und Verlässlichkeit. Mit dem Jahresbeginn 2025 wird das West German Genome Center (WGGC) von einem Projektverbund in eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung überführt. Beteiligt sind die Universitäten Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen. Damit wird die technische Infrastruktur dauerhaft gesichert, die bislang in wechselnden Förderzyklen betrieben wurde. Das WGGC wurde 2019 als Kompetenzzentrum für „Next Generation Sequencing“ gegründet, einer Methode zur schnellen, hochauflösenden DNA-Analyse. Eingesetzt wird sie in der medizinischen Forschung, bei genetischen Erkrankungen, in der Krebs- und Alternsforschung, bei mikrobiellen Analysen, der Biodiversitätsforschung oder in der Pflanzenzüchtung. Seit 2024 wird das Zentrum durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW finanziell unterstützt. Die neue Rechtsform als…














