Wissen
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Was Mumien über den Alltag der Antike erzählen
Altgriechische Texte, die fast 2.300 Jahre alt sind, lagen jahrzehntelang unbeachtet in Archivkisten in Kalifornien. Nun sollen sie systematisch erschlossen werden. Möglich macht das ein neues Langzeitprojekt im Akademienprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien, an dem die Universitäten Köln und Münster beteiligt sind. Der Schwerpunkt liegt auf klassischer Altertumsforschung – unterstützt durch digitale Methoden. Im Zentrum stehen rund 20.000 Papyrusfragmente aus dem antiken Tebtynis, einer Stadt im heutigen Ägypten. Tebtynis war in der hellenistischen Zeit ein wichtiges religiöses Zentrum, insbesondere für den Kult des Krokodilgottes Sobek. Die Papyri wurden um 1900 bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt. Ursprünglich dienten sie ganz alltäglichen Zwecken: Sie enthalten Literatur, Verwaltungsakten, private Briefe, Verträge, Steuerquittungen und amtliche Berichte.…
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Jugendkriminalität: Der große Rückgang – trotz gegenteiliger Wahrnehmung
Jugendkriminalität gilt in der öffentlichen Debatte oft als wachsendes Problem. Schlagzeilen, soziale Medien und Einzelfälle erzeugen den Eindruck, junge Menschen würden immer früher und immer häufiger straffällig. Die empirische Forschung zeichnet jedoch seit Jahren ein deutlich anderes Bild. In zahlreichen Industrienationen ist die Jugendkriminalität seit den 1990er Jahren stark zurückgegangen. Das zeigen Auswertungen des Kriminologen Dietrich Oberwittler vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht und seines Kollegen Robert Svensson von der Universität Malmö. Die Forscher werteten dafür eine große Zahl internationaler Studien aus – darunter offizielle Polizeistatistiken ebenso wie sogenannte Dunkelfeldbefragungen, in denen Jugendliche anonym über eigenes Verhalten berichten. Hinzu kamen Daten einer seit 2002 laufenden internationalen Schulbefragung…
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Bettelverhalten bei Drohnen kommt genetisch
Honigbienen gelten als Meister sozialer Organisation. Doch wie viel von diesem Verhalten ist gelernt – und wie viel steckt bereits in den Genen? Eine neue Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf liefert darauf eine klare Antwort. Im Zentrum der Forschung stehen die männlichen Bienen, die Drohnen. Sie können Pollen, die wichtigste Proteinquelle im Bienenstock, nicht selbst verdauen. Um zu überleben, müssen sie von Arbeiterinnen gefüttert werden. Doch das geschieht nicht einfach so. Drohnen müssen sich den Arbeiterinnen nähern, Signale senden und regelrecht um Nahrung „bitten“. Dieses Bettelverhalten folgt einer festen Abfolge und erfordert ein genaues Zusammenspiel beider Seiten.
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Johanna Haarer: wie ein NS-Erziehungsbuch bis heute wirkt
Johanna Haarer war Ärztin, Autorin und NS-Propagandistin. Geboren wurde sie am 3. Oktober 1900 in Tetschen-Bodenbach (Böhmen), gestorben ist sie am 30. April 1988 in München. Sie war Fachärztin für Lungenkrankheiten, nicht für Pädiatrie oder Geburtshilfe. Und doch schrieb sie ab 1933/34 über Säuglingspflege und Erziehung und traf damit einen Nerv: ein Ratgeber, der sich als praktische Hilfe ausgab, dabei aber ein ziemlich geschlossenes Menschenbild transportierte. Politisch war das nicht „irgendwie Zeitgeist“. Haarer trat 1937 in die NSDAP ein, schrieb unter anderem im „Völkischen Beobachter“ und übernahm Funktionen im Umfeld der NS-Frauenschaft (unter anderem als „Gausachbearbeiterin für rassenpolitische Fragen“). Der Ratgeber als Ideologie im Kittel „Die deutsche Mutter und ihr erstes…
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Skepticamp – Ein Wissenfestival in Köln
Die Veranstaltungsreihe Skeptics in the Pub Köln veranstaltet das erste deutschsprachige Skepticamp. Aber was ist ein „Skepticamp“? Skepticamp ist eine offene, gemeinnützige Veranstaltungsreihe, die 2007 von Reed Esau in den USA ins Leben gerufen wurde. Sie richtet sich an Menschen, die sich für wissenschaftlichen Skeptizismus, kritisches Denken und Wissenschaftskommunikation interessieren. Es ist ein informelles Veranstaltungsformat, bei dem jede*r präsentieren kann – egal ob Lai*in oder Expert*in. Viele Teilnehmende halten hier ihren ersten öffentlichen Vortrag – die Atmosphäre ist offen und unterstützend. Dieses erste Kölner Skepticamp ist ein thematischer Roundhouse-Kick: In sechs knackigen Kurzvorträgen wird alles von Kieferorthopädie über Kampfkunst bis Vogelkunde abgehandelt: Neue Gesichter mit spannenden Themen. Die Vortragenden haben…
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Kondensstreifen, keine Chemtrails: Was Jülicher Forschende jetzt herausgefunden haben
Sie ziehen wie feine Narben über den Himmel – und sind seit Jahren Projektionsfläche für eine der hartnäckigsten Verschwörungserzählungen unserer Zeit: Chemtrails, angebliche geheime Sprühprogramme von Flugzeugen. Doch was wirklich hinter den weißen Linien steckt, zeigt jetzt eine neue Studie des Forschungszentrums Jülich: Mehr als 80 Prozent aller langlebigen Kondensstreifen entstehen gar nicht im wolkenfreien Himmel, sondern in natürlichen Eiswolken, den sogenannten Zirren.
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Die Wissenschaft hinter einem Geisterhaus – Lydia Benecke und Sarah Koldehoff – LIVE
Am Donnerstag, den 6. November findet im Herbrand’s in Köln-Ehrenfeld ein Vortrag der Veranstaltungsreihe „Skeptics in the Pub Köln” statt. Hier sprechen Lydia Benecke und Sarah Koldehoff live und Eintritt frei über die wissenschaftliche Untersuchung eines Geisterhauses. Viele Menschen kennen die „Conjuring“ Horrorfilm-Reihe und die Verfilmungen um das bekannte Amityville Horrorhaus. Hinter den Horrormärchen verbergen sich spannende und tragische Geschichten, in denen die Abgründe menschlichen Verhaltens auf vielen Ebenen deutlich werden. Denn nicht übersinnliche Kräfte brachten den Schrecken in das Haus, sondern Habgier und Egoismus. Lydia und Sarah gehen den betrügerischen Machenschaften um das vermeintliche Horrorhaus in ihrem Vortrag auf den Grund. Lydia Benecke hat Psychologie, Psychopathologie und Forensik studiert. Sie arbeitet in einer Ambulanz für…
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DLR misst Hitze in deutschen Großstädten
Es war heiß in dieser Woche in Deutschland. Und all denjenigen, denen die Hitze nicht bereits vor Jahren das Hirn verbrannt hat, wird immer klarer, was der Klimawandel macht. Allerdings ist es auch hier nie falsch zu schauen, was wissenschaftliche Forschung an Erkenntnisse dazu generiert. Wissenschaftliche Forschung gibt es natürlich schon viele dazu, und auch schon solche, die auf den ersten Blick trivial wirkt. Sie ist es aber oft nur auf den ersten Blick. Wie die Frage, ob Gegensätze sich anziehen oder ob sich gleich und gleich nun mal gesellen. Und dazu kommt, dass da draußen immer noch Menschen sind, die die trivialsten Wahrheiten zum Klimawandel und den sich jetzt…
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Nazi-Aufkleber im Herner Süden
Rudolf Heß war wohl nie im Ruhrgebiet, geschweige denn in Herne. Nun finden sich aber einige Aufkleber zu ihm im Herner Süden. Über Heß wurde viel geschrieben. Deswegen sei nur kurz daran erinnert, dass dieser Mann nicht nur Esoteriker, Hobbypilot und glühender Verehrer Hitlers war, sondern auch ein Jammerlappen. Letzteres mag man als Definitionsmerkmal eines guten Nationalsozialisten ansehen, die ja andauernd davon überzeugt waren und sind, dass irgendwer anders daran schuld ist, dass sie sich doof fühlen – außer ihnen selbst.
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„Humans of October 7“ – Wenn das Unvorstellbare einen Namen trägt
Am vergangenen Montag, den 4. August 2025, eröffnete der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller im Rathaus die Fotoausstellung „Humans of October 7“ mit Bildern des israelischen Fotografen Erez Kaganovitz. Seine Bilder verbinden das Grauen dieses Tages mit den Ereignissen während der Shoa. Von unserer Gastautorin Christiane Jochum. Bereits der Weg zum Eingang des Rathauses lässt den Besucher auf eindrucksvolle Weise wissen, worum es in der Ausstellung geht, die gleich vom Oberbürgermeister eröffnet werden wird – 50 leere Stühle sind auf dem Vorplatz aufgeklappt worden, an jedem einzelnen Stuhl befestigen Mitglieder der Initiative „Run for their lives“ ein laminiertes Bild jeder Geisel, versehen mit ihrem Namen.




























