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Ministerin Bär entdeckt die „hybride Bedrohung“
Man kann Konservativen nicht vorwerfen, zu nah am Puls der Zeit zu sein. Jemals. Und Forschungsministerin Doro Bär ist eine gute Konservative. Frau Bär hat nun erkannt, dass es hybride Bedrohungen gibt. Hybride Bedrohungen! Also Dinge wie Cyberangriffe, Desinformation, Spionage – all das, womit sich Militärs, Sicherheitsbehörden, Journalisten und eigentlich jeder, der die letzten 15 Jahre nicht als Schwamm im Marianengraben verbracht hat, schon länger beschäftigt. Aber jetzt ist es offiziell: Das Forschungsministerium hat eine Förderrichtlinie veröffentlicht. Man möchte sich die Szene vorstellen: irgendwo in Berlin ein Raum, ein Whiteboard, betretenes Schweigen – und dann sagt jemand vorsichtig: „Was, wenn Angriffe nicht nur militärisch sind?“ Kurzes Nicken. Dann: „Was, wenn…
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Liminal Spaces: Warum uns leere Übergangsräume so unheimlich vorkommen
Da ist erst dieses Bild aus der U-Bahn. Ein geschlossener Shop, grün gekachelte Wand, Anzeigetafel, alles geschniegelt, alles da, wo es hingehört. Und trotzdem kippt der Ort ins Seltsame. Nicht, weil etwas passiert. Sondern wegen des Gegenteils: ein Raum, der eigentlich für Bewegung gebaut ist, wirkt plötzlich wie eingefroren. Genau darin steckt schon fast alles, worum es bei „Liminal Spaces“ geht: Orte des Dazwischen, die normal aussehen und gerade deshalb falsch wirken. Der Begriff klingt nach akademischem Seminar, und ganz falsch ist das nicht. „Liminal“ kommt vom lateinischen limen, also Schwelle. Der französische Ethnologe Arnold van Gennep beschrieb 1909 Übergänge im Leben als Abfolge von Trennung, Schwelle und Wiedereingliederung.…
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KI: Google verändert Überschriften – und verkauft das als Service
Google testet derzeit eine Funktion, bei der journalistische Überschriften in den Suchergebnissen per KI umformuliert werden. Reporter ohne Grenzen, kurz RSF, warnt vor einem Angriff auf die redaktionelle Freiheit. RSF ist die internationale Organisation Reporters sans frontières, die sich weltweit für Pressefreiheit einsetzt. Die Kritik ist nachvollziehbar: Eine Überschrift ist im Journalismus nicht bloß ein Etikett. Sie setzt den Ton, verdichtet den Inhalt und entscheidet oft darüber, wie ein Text verstanden wird. Genau deshalb ist es problematisch, wenn ausgerechnet die Plattform, über die viele Menschen Nachrichten überhaupt erst finden, diese Überschriften nachträglich verändert. Laut RSF geht es dabei nicht nur um Kürzungen. Die KI verschiebt teils auch den Sinn. Aus…
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Narzissmus ist zur Hälfte Gene – und kaum Familie
Die Vorstellung ist beliebt: Narzisstische Persönlichkeiten entstehen vor allem durch falsche Erziehung. Zu viel Lob, zu wenig Grenzen, problematische Eltern. Eine neue Studie aus Münster und Bielefeld stellt genau das infrage – und verschiebt die Verantwortung deutlich. Die zentrale Botschaft: Narzissmus häuft sich zwar in Familien. Aber nicht primär wegen des gemeinsamen Umfelds, sondern wegen gemeinsamer Gene.
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Straße von Hormus: versenkt Trump deutsche Schiffe?
Es gibt dieses alte journalistische Gesetz – „Betteridge’s Law“ –, nach dem eine Frage in einer Überschrift stets mit Nein beantwortet werden sollte. Und genau das hoffen wir hier auch. Nur: Wir sind inzwischen an einem Punkt der Weltgeschichte angekommen, an dem man sagen muss – nichts Genaues weiß man nicht. Und völlig aus den Latschen würde es einen auch nicht mehr hauen, wenn Trump aus reiner Trumpigkeit deutsche Schiffe beschießen ließe und das anschließend mit dem Versenken der Bismarck vergleichen würde.
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Doomscrolling: wenn schlechte Nachrichten uns nicht loslassen
Nur kurz aufs Handy schauen. Nachts. Im Bett. Um 1 Uhr. Und dann ist plötzlich 4 Uhr. Krieg, Krise, Gewalt, politische Eskalation, Katastrophen, Warnungen. Man wischt weiter auf dem Handy, obwohl man längst merkt, dass es nicht guttut, keinen Spaß macht. Aber noch kurz weiter schauen. Das ist Doomscrolling. Harvard Health beschreibt damit das ständige Konsumieren belastender Nachrichten, das Stress, Schlafprobleme und körperliche Anspannung verstärken kann. Das Wort setzt sich aus dem englischen doom, Unheil, und scrolling, dem endlosen Weiterwischen, zusammen. Gemeint ist nicht einfach, dass man Nachrichten liest.
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Osteraufstand Dublin 1916 – wie jung ist die Revolution wirklich?
Dublin, Ostermontag, 24. April 1916. In der Innenstadt marschieren bewaffnete Männer ins Hauptpostamt, andere besetzen strategische Punkte, und vor dem Gebäude wird eine Proklamation verlesen: Irland erklärt sich zur Republik. Der Osteraufstand beginnt, und was wie eine klassische Revolutionsszene wirkt, hat sofort ein vertrautes Bild im Kopf. Dieses Bild ist erstaunlich stabil. Junge Männer, vielleicht Studenten, Anfang zwanzig, ein bisschen Pathos, ein bisschen Größenwahn, viel Energie. Genau so stellen wir uns Revolutionen vor: jung, ungeduldig, laut, Menschen, die noch nicht viel zu verlieren haben. Und ehrlicherweise ist daran auch etwas richtig, denn wer auf der Straße steht, demonstriert, rennt, sich exponiert, der ist oft tatsächlich jung. Der Denkfehler beginnt an…
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KI bei Gutachten der Deutschen Forschungsgemeinschaft?
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, ist die wichtigste deutsche Organisation zur Förderung der Wissenschaft. Ihr Geld bekommt, wessen Antrag von einem Gutachter für gut befunden wird. Genau für diese Gutachten zieht die DFG jetzt eine neue Grenze für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ab dem 16. April 2026 gelten neue Regeln für den Einsatz von KI in der Begutachtung. Die DFG erlaubt KI dabei nicht grundsätzlich oder schrankenlos, sondern nur unter klaren Bedingungen. Wahnsinnwissen erklärt die Kernpunkte.
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Erst stirbt der Wal – dann hasst der Mensch
Ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee ist zunächst einmal kein politisches Ereignis, sondern ein biologisches Problem mit begrenzten und riskanten Handlungsmöglichkeiten. Doch genau darin liegt offenbar bereits die erste Zumutung für einige Menschen, denn was fachlich komplex, unsicher und widersprüchlich ist, wird in der öffentlichen Reaktion schnell in Hass übersetzt: „Es gab Möglichkeiten, den Wal zu retten, aber ihr wolltet es einfach nicht.“ „Wie toll, dass ihr Pseudoexperten erst jetzt auf die Idee kommt, ihn zu befeuchten.“ „Ihn einfach sterben zu lassen ist einfacher und bei weitem günstiger.“
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Wer Gen Z faul findet, ist unfähig
Überall lese ich immer und immer wieder, wie schlimm es um die Jugend von heute steht. Das habe ich schon im Lateinunterricht gelesen, und daran hat sich nichts geändert. Vielleicht ist das der zeitlose Versuch der älteren Generation, ihren Platz nicht räumen zu müssen, wenn es darum geht, in Konkurrenz zu den Jungen zu treten. Und so ist das aktuelle Gejammer bei der sogenannten Gen Z angekommen, den jungen Arbeitnehmern, die auf den Arbeitsmarkt strömen. Um direkt einmal das Klischee zu bedienen: Die wollen alle nicht arbeiten, die wollen alle nur frei haben, die sind faul. Denen geht Work-Life-Balance über alles. Ignorieren wir erst einmal den Umstand, dass Work-Life-Balance in…




























