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Wenn KI besser vorhersagt als wir
Während man in Deutschland noch darüber streitet, ob KI „wirklich schon etwas kann“ – und wo sie dem Menschen angeblich grundsätzlich unterlegen bleibt –, wird anderswo längst eine andere Frage verhandelt: Wann genau überholt sie uns? Und haben wir diesen Punkt vielleicht schon erreicht? In The Atlantic beschreibt Ross Andersen genau diese Verschiebung. Als bereits messbaren Prozess. Sein Schauplatz sind Prognose-Wettbewerbe wie Metaculus und die boomenden Prediction Markets wie Polymarket oder Kalshi. Dort werden keine abstrakten Intelligenztests gespielt, sondern konkrete Ereignisse bepreist: Wird es in einem Land einen Putsch geben? Wie entwickelt sich eine Frontlinie? Wie viele Songs schaffen es in die Charts? Trifft ein Hurrikan eine bestimmte Küste? Andersen…
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Blood and Sinners: Blaxploitation meets Tarantino
Das Entscheidende vorweg. Blood & Sinners kann man gucken. Es ist eine stabile fünf (bis sechs – mit Wohlwollen) auf einer Zehnerskala. Ein relativ durchschnittlicher Vampir-Horrorfilm. Und jeder, der erzählen will, dass es anders ist, hat mehr über den Film gelesen, als ihn zu sehen. Man muss sagen, Blood & Sinners (Originaltitel: Sinners) wäre ein unfassbar innovativer Horrorfilm. Menschen, die in einer Kneipe sind, in der getanzt und gefeiert wird und wo das Genre des Films bis zu diesem Zeitpunkt ein Drama ist, kippt auf einmal und alles ist voller Vampire, mit ein wenig Humor, klassischen Tötungsmethoden und moralischen Dilemmata.
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Dschungelcamp: Ist Gil schlimmer als eine Totschlägerin?
Reality-TV lebt vom Urteil. Nicht vom Verstehen, nicht vom Einordnen, sondern vom schnellen, emotionalen Zuschreiben: echt oder unecht, Täter oder Opfer, gut oder schlecht. Das Dschungelcamp ist diesmal ein besonders verdichteter Raumm ein Aufeinanderprallen von Reality-Show-Menschen und Nicht-Reality-Show-Menschen. Wer dort einmal auf der falschen Seite steht, kommt kaum wieder heraus. Der aktuelle Umgang mit Gil Ofarim zeigt das deutlicher als jede Staffel zuvor – und wirft eine Frage auf: Wird hier jemand härter verurteilt als eine Frau, die tatsächlich einen Menschen getötet hat? 2009 gewann Ingrid van Bergen das Dschungelcamp. Eine Schauspielerin, die Jahrzehnte zuvor ihren Liebhaber erschossen hatte, wegen Totschlags verurteilt worden war und mehrere Jahre im Gefängnis saß.…
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Verschwörungsideologien für Fachkräfte
Was umgangssprachlich oft als „Verschwörungstheorien“ bezeichnet wird, wird in der Forschung mitunter als Verschwörungsideologien genannt – insbesondere dann, wenn politische Weltbilder, Feindbilder und autoritäre Deutungen im Mittelpunkt stehen. Für Fachkräfte, die in Beratung und politischer Bildung mit diesen Phänomenen konfrontiert sind, steht nun eine neue Informationsplattform zur Verfügung. Unter www.fachinfo-verschwörungsideologie.de bieten die Technische Hochschule Köln und die Universität zu Köln praxisorientierte Fachinformationen für die Soziale Arbeit und die nonformale politische Bildung an. Die Plattform stellt fundierte Erklärungen zu Verschwörungsideologien, Übersichten zu aktuellen Erzählungen und Gruppierungen sowie Materialien für Bildungs- und Beratungssituationen bereit. Ergänzt werden diese durch konkrete Handlungshilfen für Beratungsgespräche und Hinweise auf unterstützende Institutionen. Die Inhalte basieren unter anderem…
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Liberalismus war gestern: CDU wird sozialistisch
Die CDU setzt sich gerade dafür ein, dass der Einzelne nicht mehr frei über seine Lebensplanung entscheiden soll. Das wird als Beitrag zum „Gemeinnutz“ verkauft. Der Eigennutz wirkt dabei wie ein Verdachtsmoment. Kurz gesagt: Freiheit nur noch mit Genehmigung. Konkret geht es um einen Antrag des CDU-Wirtschaftsflügels. Er trägt den Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) will den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit an eine „besondere Begründung“ knüpfen. Als akzeptierte Gründe werden Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Weiterbildung genannt. Alles andere gilt dann als hübsches Hobby, das man bitte nach Feierabend erledigt.
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Weniger Geld durch Lobbyarbeit
Lobbyismus ist in der Wirtschaft als ein zentraler Faktor für Marktverzerrungen: Wenn einzelne Interessengruppen politischen Einfluss nutzen, um Subventionen, steuerliche Erleichterungen oder bürokratische Ausnahmen zu erhalten, entstehen Vorteile, die anderen Marktteilnehmern nicht offenstehen. Ökonomisch bedeutet das, dass Geschäftsmodelle am Markt gehalten werden, die unter Wettbewerbsbedingungen nicht lebensfähig wären. Die Kosten solcher Eingriffe tragen letztlich die Steuerzahler – etwa über staatliche Zuschüsse oder entgangene Einnahmen –, was sich für den Bürger am Ende des Monats in geringerer Kaufkraft und weniger verfügbarem Einkommen bemerkbar machen kann. Vor diesem Hintergrund hat der Verein LobbyControl in einem aktuellen Newsletter eine Bilanz seiner Arbeit gezogen und zentrale Entwicklungen bei der Regulierung von Lobbyismus in Deutschland…
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Leistung zählt – nur nicht für alle
In einem funktionierenden System sollten Leistung und Potenzial darüber entscheiden, welche Wege offenstehen. Genau das gilt auch für Bildung. Doch in Deutschland zeigt sich seit Jahren das Gegenteil: Der Bildungsweg von Kindern wird weniger durch ihre Fähigkeiten bestimmt als durch ihre Herkunft. Damit versagt nicht nur die Idee der Chancengleichheit, sondern auch ein zentrales Prinzip jeder leistungsorientierten Ordnung. Eine aktuelle Studie des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln bestätigt dieses Problem erneut. Selbst bei gleichen schulischen Leistungen wechseln Kinder aus sozial benachteiligten Familien deutlich seltener auf das Gymnasium als Kinder aus besser gestellten Haushalten. Statt dass Leistung wirkt und gefördert wird, blockieren soziale Strukturen den Zugang zu weiterführender Bildung.
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So vermüllt ist der Rhein
Wenn von Müllinseln im Wasser die Rede ist, denken viele an den Pazifik, an riesige Plastikstrudel zwischen Kontinenten oder an Flüsse irgendwo in Asien, die tonnenweise Abfälle ins Meer tragen. Europa kommt da selten vor, Deutschland fast nie. Das Problem scheint weit weg. Aber zumindest da kann Deutschland mit Asien mithalten, denn eine neue Messung der Universität Bonn zeigt nun jedoch: Diese Vorstellung ist falsch. Der Rhein ist vermüllt – und zwar in einem Ausmaß, das bislang deutlich unterschätzt wurde.
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Karteikästen im Hirn arbeiten zusammen – hä?
Warum erkennen wir einen Freund sofort – egal ob wir ihm im Büro, im Café oder auf der Straße begegnen? Und woher weiß unser Gehirn, ob wir gerade an ein gemütliches Abendessen oder an ein formelles Meeting denken sollen? Forscher der Universität Bonn haben genau dieses Alltagsrätsel untersucht – und dabei etwas Grundsätzliches über unser Gedächtnis gelernt. Die Erkenntnis: Unser Gehirn speichert nicht alles in einem einzigen „Erinnerungsknoten“. Stattdessen arbeitet es arbeitsteilig. Bestimmte Nervenzellen merken sich den Inhalt einer Erinnerung – etwa eine Person, ein Gesicht oder einen Gegenstand. Andere Nervenzellen kümmern sich ausschließlich um den Zusammenhang, also darum, in welcher Situation etwas passiert ist.
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Dorothee Bär und das Versprechen von 6G
6G soll alles besser machen: schneller, sicherer, souveräner. So zumindest erzählt es die Politik. Doch während Ministerin Dorothee Bär den nächsten Mobilfunkstandard als Zukunftsmotor feiert, klingt die Wissenschaft deutlich vorsichtiger. Ein Blick auf das, was Forscher wirklich sagen. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat die 6G-Forschungsroadmap 2025–2030 vorgestellt. Sie beschreibt sie als strategischen Fahrplan für den nächsten Mobilfunkstandard. 6G soll Deutschland technologisch unabhängiger machen, neue Innovationen ermöglichen und vor allem sicher und widerstandsfähig sein. Forschung, Wirtschaft und Politik sollen dafür eng zusammenarbeiten. Das klingt nach Weitblick und Verantwortung. Schließlich will niemand, dass Deutschland bei der nächsten großen Technologiewelle nur zuschaut. Wer so spricht, vermittelt den Eindruck, man habe das Feld gut im…



























