Meinung
-
Wahnsinnwissen bietet ZDF Hilfe an
Seit gestern bekannt wurde, dass das ZDF in die künstlerische Freiheit von Danger Dan und Igor Levit eingegriffen hat, häufen sich zustimmende Stimmen. Vor allem online. Es sind oft dieselben Leute, die sonst vor „Cancel Culture“ warnen. Die behaupten, man dürfe nichts mehr sagen. Und die Israel einen Apartheidstaat nennen. Nun nutzen sie jede Gelegenheit, gegen Danger Dan und Igor Levit zu treten. Offen sagen sie selten, worum es geht: Beide stehen für Israel, für Juden und gegen Antisemitismus. Stattdessen bauen die Schreier neue Begründungen. Danger Dan und Igor Levit seien schon immer abzulehnen gewesen. Die Antifa sei ein Haufen Terroristen. Wahnsinnwissen ist ein kleines Blog. Wir sind klar antifaschistisch.…
-
Was eigentlich niemand mehr zu Ikkimel hören braucht – trotzdem aufgeschrieben
Seit nun einigen Tagen oder Wochen wird die aktuelle mediale Sau durchs Dorf getrieben: der Auftritt von Ikkimel im Morgenmagazin. Was war da los? Ich denke, das kann man an 101 anderen Stelle nachlesen, und das soll jetzt hier auch keine Auseinandersetzung in der Tiefe werden. Es soll hier nur auf ein paar Punkte, auf ein paar einzelne Dinge hingewiesen werden, die in der Debatte bisher eher nachrangig betrachtet wurden. Und was das mit den Kindern ist. Zunächst einmal: Ikkimel hat Vollplayback gesungen. Voll. Playback. Das bedeutet, dass die Aufnahme von irgendeinem Datenträger komplett abgespielt wurde. Und normalerweise macht man mindestens einmal davor einen Soundcheck, indem man probiert, ob das…
-
WM 2026: Die Sündenböcke der Verlierer
Als aufmerksamer Zuschauer der WM 2026, der auch die Geschehnisse abseits des Platzes verfolgt, ist mir etwas aufgefallen: In Momenten, in denen die eigene Mannschaft verliert oder unter strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen zu leiden hat, blamiert sich jedes Land auf seine Weise. Natürlich ist mir klar, dass die Reaktionen von Einzelpersonen wie Trainern, TV-Experten oder Politikern keine Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung des jeweiligen Landes zulassen. Jedoch denke ich durchaus, dass das, was Personen des öffentlichen Lebens in solchen Momenten öffentlich kundtun, etwas über die Kultur des jeweiligen Landes aussagt.
-
Warum die FIFA diesmal zu weit gegangen ist
Es ist der bisher größte Skandal dieser WM: Die FIFA hat die Sperre für den US-amerikanischen Stürmer Folarin Balogun für ein Jahr auf Bewährung ausgesetzt. Doch warum ist der Aufschrei diesmal so groß? Um diese Frage zu beantworten, muss man berücksichtigen, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist und das ins Verhältnis zur bisherigen Vorgehensweise bei vergleichbaren Entscheidungen setzen.
-
Warum Robert Habeck an der Sache mit der roten Karte schuld ist
Viele machen es sich wieder einmal zu einfach. Sie sehen, dass Russlands Mann im Weissen Haus, a.k.a. Donald Trump, bei Gianni Infantino angerufen haben soll, dass anschließend die Sperre gegen einen US-Nationalspieler praktisch aufgehoben wurde, und kommen dann zu dem vorschnellen Schluss: Das habe etwas mit Trump, Infantino oder der FIFA zu tun. Das ist natürlich Unsinn. Schuld ist Robert Habeck. Wieder einmal.
-
Die Zukunft unter KI – man kann auch pessimistisch sein
Im ZEIT Magazin (Ausgabe 28/2026) durften zehn KI-Experten beschreiben, wie sie die Welt in einem, in fünf und in zehn Jahren sehen. Auf einer Skala von eins (sehr besorgt) bis zehn (sehr optimistisch) kam keiner unter fünf. Ob man seitens der ZEIT keinen Pessimisten finden konnte oder wollte, ist dem Autor nicht bekannt (man hätte z. B. hier suchen können). Auch er kann nicht in die Zukunft blicken, findet aber, es sollte der Vollständigkeit halber auch ein ungünstiges Szenario beschrieben werden. Hier folgt es. In einem Jahr Die Veränderung vollzieht sich noch weitgehend unbemerkt. Während in Europa Verwaltungen und Konzerne gerade dabei sind, Regelungen für die Verwendung von Chatbots…
-
Mehrheit der Demokraten in Deutschland klar für AfD-Verbot
Heute geht es durch viele Blätter, online wie gedruckt: Angeblich sei die Mehrheit der Deutschen gegen ein AfD-Verbot. Und ja, liest man nur die nackte Gesamtzahl, kann man diese Schlagzeile irgendwie bauen. 40 Prozent eher für ein Verbot, 45 Prozent eher dagegen, 15 Prozent unentschieden oder ohne Angabe. Fertig. Nur: Schaut man genauer hin, stimmt diese Erzählung nicht. So gar nicht. Denn dass AfD-Wählerinnen und -Wähler selbst mehrheitlich für ein Verbot der Partei wären, die sie wählen wollen, ist wenig wahrscheinlich. Wer politisch gegen Deutschland und für die AfD und Moskau stimmen möchte, wird sich in aller Regel nicht zugleich wünschen, dass diese Partei aus dem Wettbewerb genommen wird. Betrachtet…
-
Wie viel zu spät kommt der Betrugsschutz der Uni Siegen?
Es ist eine gute Idee, wenn Forschung daran arbeitet, Menschen vor neuen Formen des Betrugs zu schützen. Gerade bei Künstlicher Intelligenz ergeben Schutzmechanismen, Aufklärung und ein besseres Verständnis dafür, wie Kriminelle Vertrauen manipulieren Sinn. Schutzprojekte müssen aber auch einen Bezug zur Realität haben. Schon bisher war es oft so, dass Verbrechen schneller war als Strafverfolgung, Prävention oder Verbraucherschutz. In Zeiten von KI bekommt dieser alte Abstand allerdings eine völlig neue Geschwindigkeit. Was heute noch wie Zukunft klingt, ist morgen schon als App verfügbar, übermorgen automatisiert und kurz darauf Teil alltäglicher Betrugsmaschen. Dieser Zeitfaktor scheint sich allerdings noch nicht bis zum Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) herumgesprochen zu haben, wenn…
-
Deutschlandfahnen schaden dem Stadtbild
Wenn ich in diesen Tagen durch Köln laufe, fällt es mir an jeder Ecke auf: Wir haben mal wieder dieses Problem im Stadtbild. Nein, nicht das, was Friedrich Merz meint. Ich rede von diesen unästhetischen schwarz-rot-goldenen Fahnen, die nun wieder so penetrant zur Schau gestellt werden.
-
Wie bei der Wehrdienstdebatte gelogen wird
Antimillitarismusproteste mit Argumenten, die direkt den 70ern entsprungen zu sein scheinen, sind ja nichts neues. Neu ist allerdings, dass die Teilnehmer jetzt im Schnitt nicht so alt sind wie ihre Argumente, sondern dass diverse Jugendliche den Altersdurchschnitt massiv senken.

























