Meinung
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18 Jahre – Zeit, erwachsen zu werden
Der Name Curtis Yarvin dürfte nicht Vielen geläufig sein. Dennoch verfasste er vor 18 Jahren ein Manifest, welche Heute die Erlaubnisstruktur für das Handeln der US Regierung stellt. Unser Gastautor Christopher Braucks blickt auf die Volljährigkeit eines Intellektuellen Pamphlets. 2008.Die Odyssee Tony Sopranos war auserzählt und wir wurden mit Smartphones zurückgelassen.Heath Ledger starb an einer Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente und hinterließ uns den Joker. Leser lasen Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ oder Esther Hicks „The Law of Attraction“, Tänzer tanzten zu Katy Perrys „I kissed a girl“ und Kid Rocks „All Summer Long“, Hörer hörten Kanye Wests „808s and Heartbreak“ und Portisheads „Third“ und Facebooks Nutzerzahlen überstiegen zum ersten Mal die von MySpace.
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Osteraufstand Dublin 1916 – wie jung ist die Revolution wirklich?
Dublin, Ostermontag, 24. April 1916. In der Innenstadt marschieren bewaffnete Männer ins Hauptpostamt, andere besetzen strategische Punkte, und vor dem Gebäude wird eine Proklamation verlesen: Irland erklärt sich zur Republik. Der Osteraufstand beginnt, und was wie eine klassische Revolutionsszene wirkt, hat sofort ein vertrautes Bild im Kopf. Dieses Bild ist erstaunlich stabil. Junge Männer, vielleicht Studenten, Anfang zwanzig, ein bisschen Pathos, ein bisschen Größenwahn, viel Energie. Genau so stellen wir uns Revolutionen vor: jung, ungeduldig, laut, Menschen, die noch nicht viel zu verlieren haben. Und ehrlicherweise ist daran auch etwas richtig, denn wer auf der Straße steht, demonstriert, rennt, sich exponiert, der ist oft tatsächlich jung. Der Denkfehler beginnt an…
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Erst stirbt der Wal – dann hasst der Mensch
Ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee ist zunächst einmal kein politisches Ereignis, sondern ein biologisches Problem mit begrenzten und riskanten Handlungsmöglichkeiten. Doch genau darin liegt offenbar bereits die erste Zumutung für einige Menschen, denn was fachlich komplex, unsicher und widersprüchlich ist, wird in der öffentlichen Reaktion schnell in Hass übersetzt: „Es gab Möglichkeiten, den Wal zu retten, aber ihr wolltet es einfach nicht.“ „Wie toll, dass ihr Pseudoexperten erst jetzt auf die Idee kommt, ihn zu befeuchten.“ „Ihn einfach sterben zu lassen ist einfacher und bei weitem günstiger.“
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Longread: Wird künstliche Intelligenz uns alle töten?
Das Buch „If Anyone Builds It, Everyone Dies” (Wenn irgendjemand es baut, sterben alle) möchte uns vor den Gefahren künstlicher Superintelligenz warnen. Namhafte Wissenschafts-YouTuber wie Hank Green und Kyle Hill haben es empfohlen, und der Verlag bewirbt es unter anderem mit einem lobenden Zitat des britischen Allround-Künstlers und prominenten Skeptikers Stephen Fry. Skeptix-Mitglied Georg Kammerer hat das Buch gelesen und kommt zu anderen Schlüssen, auch als unser Wahnsinnwissen-Autor Robert von Cube. Das Ende ist nah!? Falls der Titel auf den ersten Blick etwas dick aufgetragen erscheinen sollte, wird gleich im Vorwort Klarheit geschaffen: Es geht buchstäblich um nichts anderes als die vollständige und unausweichliche Auslöschung der Menschheit, falls die Entwicklung…
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ADHS für Alle!
ADHS, die Aufmerksamkeitsdefizität Hyperaktivitätstörung ist eine Diagnose, die in der öffentlichen Debatte viele Emotionen auslöst. Und wo Emotionen hochkochen, sind Meinungen nicht fern, z. B. meine. Und während die einen meinen, Kinder sollten mit Medikamenten „ruhiggestellt“ werden (was bei einer Behandlung mit Amphetaminen, nicht einer gewissen Ironie entbehrt), gehen die anderen von einer schweren Störung des Hirnstoffwechsels aus und rufen zu fundamentaler Rücksichtnahme aller nicht Betroffenen auf. Während die einen von einem eingebildeten Leiden ausgehen, empört es andere, dass eine psychotherapeutische Behandlung überhaupt versucht wird, schließlich sei das Gehirn neurologisch anders, was solle „Sprechen“ da schon verändern? Und was an der ADHS alles Schuld sein soll: Medien, Ernährung, Impfungen, Chemtrails.von…
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Wer Gen Z faul findet, ist unfähig
Überall lese ich immer und immer wieder, wie schlimm es um die Jugend von heute steht. Das habe ich schon im Lateinunterricht gelesen, und daran hat sich nichts geändert. Vielleicht ist das der zeitlose Versuch der älteren Generation, ihren Platz nicht räumen zu müssen, wenn es darum geht, in Konkurrenz zu den Jungen zu treten. Und so ist das aktuelle Gejammer bei der sogenannten Gen Z angekommen, den jungen Arbeitnehmern, die auf den Arbeitsmarkt strömen. Um direkt einmal das Klischee zu bedienen: Die wollen alle nicht arbeiten, die wollen alle nur frei haben, die sind faul. Denen geht Work-Life-Balance über alles. Ignorieren wir erst einmal den Umstand, dass Work-Life-Balance in…
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Hat das eigentlich wer bestellt?
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(Nicht) Alle Männer
Es ist wieder einmal einer dieser Momente, in denen eine Frau einen prominenten Mann beschuldigt, sich auf schlimmste Weise übergriffig verhalten zu haben. Die öffentlichen Reaktionen fallen in solchen Fällen immer gleich aus: Männer kommentieren, dass für den Täter die Unschuldsvermutung gelte und Aussage gegen Aussage stehe. Während sich manche Männer auf die Seite des Täters stellen, indem sie die Aussagen des Opfers anzweifeln, versuchen Andere, den Ruf von Männern zu verteidigen, indem sie betonen, dass nicht alle Männer so seien. Frauen kommentieren in Anlehnung an diese Argumentation: “Not all men, but always a man”. Diese Aussage negiert, dass es – wenn auch in deutlich geringerer Anzahl – auch weibliche…
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Niemand ist depressiv
Depression wird nicht erst seit gestern als Volkskrankheit bezeichnet. Psychische Störungen, heißt es, würden häufiger – nicht nur, aber auch bei Kindern und Jugendlichen. Über die möglichen Gründe dafür wird fleißig spekuliert und je nach ideologischer Geschmacksrichtung die passende Ursache ausfindig gemacht und Lösungen angeboten. Die Konservativen versuchen es mit Verboten und Kontrolle, die Progressiven mit Unterstützung und Aufklärung. Was sich jedoch keiner traut, ist die Frage zu stellen, ob die Annahme, psychische Störungen nähmen zu, überhaupt stimmt. von unser Gastautor Dr. med. Jan Oude-Aust, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
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Wie halogen ist E.T.?
Forscherinnen und Forscher der Universität Köln haben ein künstliches DNA-Basenpaar entwickelt, das nicht auf dem üblichen chemischen Prinzip beruht. Es geht in ihrer Arbeit nicht um Außerirdische. Und trotzdem lädt sie (mich zumindest) dazu ein, genau darüber einmal nachzudenken. Bisher hatten wir ein ziemlich klares Bild von DNA: Sie besteht aus vier Bausteinen, die sich paarweise verbinden. Diese Paare halten durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammen – das sind schwache chemische Kräfte, die wie winzige Magnete wirken. So entstehen die zwei Stränge der berühmten Doppelhelix. Dieses Bauprinzip galt lange als eine Art Grundregel des Lebens, zumindest so, wie wir es von der Erde kennen. Wenn über außerirdische Organismen spekuliert wurde, stellte man…
























