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Narzissmus ist zur Hälfte Gene – und kaum Familie
Die Vorstellung ist beliebt: Narzisstische Persönlichkeiten entstehen vor allem durch falsche Erziehung. Zu viel Lob, zu wenig Grenzen, problematische Eltern. Eine neue Studie aus Münster und Bielefeld stellt genau das infrage – und verschiebt die Verantwortung deutlich. Die zentrale Botschaft: Narzissmus häuft sich zwar in Familien. Aber nicht primär wegen des gemeinsamen Umfelds, sondern wegen gemeinsamer Gene.
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Straße von Hormus: versenkt Trump deutsche Schiffe?
Es gibt dieses alte journalistische Gesetz – „Betteridge’s Law“ –, nach dem eine Frage in einer Überschrift stets mit Nein beantwortet werden sollte. Und genau das hoffen wir hier auch. Nur: Wir sind inzwischen an einem Punkt der Weltgeschichte angekommen, an dem man sagen muss – nichts Genaues weiß man nicht. Und völlig aus den Latschen würde es einen auch nicht mehr hauen, wenn Trump aus reiner Trumpigkeit deutsche Schiffe beschießen ließe und das anschließend mit dem Versenken der Bismarck vergleichen würde.
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Doomscrolling: wenn schlechte Nachrichten uns nicht loslassen
Nur kurz aufs Handy schauen. Nachts. Im Bett. Um 1 Uhr. Und dann ist plötzlich 4 Uhr. Krieg, Krise, Gewalt, politische Eskalation, Katastrophen, Warnungen. Man wischt weiter auf dem Handy, obwohl man längst merkt, dass es nicht guttut, keinen Spaß macht. Aber noch kurz weiter schauen. Das ist Doomscrolling. Harvard Health beschreibt damit das ständige Konsumieren belastender Nachrichten, das Stress, Schlafprobleme und körperliche Anspannung verstärken kann. Das Wort setzt sich aus dem englischen doom, Unheil, und scrolling, dem endlosen Weiterwischen, zusammen. Gemeint ist nicht einfach, dass man Nachrichten liest.
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Osteraufstand Dublin 1916 – wie jung ist die Revolution wirklich?
Dublin, Ostermontag, 24. April 1916. In der Innenstadt marschieren bewaffnete Männer ins Hauptpostamt, andere besetzen strategische Punkte, und vor dem Gebäude wird eine Proklamation verlesen: Irland erklärt sich zur Republik. Der Osteraufstand beginnt, und was wie eine klassische Revolutionsszene wirkt, hat sofort ein vertrautes Bild im Kopf. Dieses Bild ist erstaunlich stabil. Junge Männer, vielleicht Studenten, Anfang zwanzig, ein bisschen Pathos, ein bisschen Größenwahn, viel Energie. Genau so stellen wir uns Revolutionen vor: jung, ungeduldig, laut, Menschen, die noch nicht viel zu verlieren haben. Und ehrlicherweise ist daran auch etwas richtig, denn wer auf der Straße steht, demonstriert, rennt, sich exponiert, der ist oft tatsächlich jung. Der Denkfehler beginnt an…
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KI bei Gutachten der Deutschen Forschungsgemeinschaft?
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, ist die wichtigste deutsche Organisation zur Förderung der Wissenschaft. Ihr Geld bekommt, wessen Antrag von einem Gutachter für gut befunden wird. Genau für diese Gutachten zieht die DFG jetzt eine neue Grenze für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ab dem 16. April 2026 gelten neue Regeln für den Einsatz von KI in der Begutachtung. Die DFG erlaubt KI dabei nicht grundsätzlich oder schrankenlos, sondern nur unter klaren Bedingungen. Wahnsinnwissen erklärt die Kernpunkte.
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Erst stirbt der Wal – dann hasst der Mensch
Ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee ist zunächst einmal kein politisches Ereignis, sondern ein biologisches Problem mit begrenzten und riskanten Handlungsmöglichkeiten. Doch genau darin liegt offenbar bereits die erste Zumutung für einige Menschen, denn was fachlich komplex, unsicher und widersprüchlich ist, wird in der öffentlichen Reaktion schnell in Hass übersetzt: „Es gab Möglichkeiten, den Wal zu retten, aber ihr wolltet es einfach nicht.“ „Wie toll, dass ihr Pseudoexperten erst jetzt auf die Idee kommt, ihn zu befeuchten.“ „Ihn einfach sterben zu lassen ist einfacher und bei weitem günstiger.“
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Wer Gen Z faul findet, ist unfähig
Überall lese ich immer und immer wieder, wie schlimm es um die Jugend von heute steht. Das habe ich schon im Lateinunterricht gelesen, und daran hat sich nichts geändert. Vielleicht ist das der zeitlose Versuch der älteren Generation, ihren Platz nicht räumen zu müssen, wenn es darum geht, in Konkurrenz zu den Jungen zu treten. Und so ist das aktuelle Gejammer bei der sogenannten Gen Z angekommen, den jungen Arbeitnehmern, die auf den Arbeitsmarkt strömen. Um direkt einmal das Klischee zu bedienen: Die wollen alle nicht arbeiten, die wollen alle nur frei haben, die sind faul. Denen geht Work-Life-Balance über alles. Ignorieren wir erst einmal den Umstand, dass Work-Life-Balance in…
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Dead Internet Theory: wie tot ist das alles?
Die Dead Internet Theory („Totes-Internet-Theorie“) sagt: Ein wachsender Teil dessen, was wir online sehen, stammt nicht mehr aus normaler menschlicher Kommunikation. Stattdessen prägen Bots, künstliche Accounts, KI-Inhalte und algorithmisch sortierte Feeds das Netz. In ihrer starken Form behauptet die Theorie, das Internet sei längst weitgehend übernommen und werde gezielt gesteuert. Dafür gibt es keine belastbaren Belege. In der Forschung wird sie deshalb eher als spekulativer Deutungsrahmen behandelt. Interessant ist sie trotzdem, weil sie ein verbreitetes Gefühl aufgreift: Viele Menschen erleben das Netz heute als standardisiert, repetitiv und sozial entkoppelt. Ganz unbegründet ist das nicht.
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Tartaria: das Schlamm-QAnon der Archäologie
Es ist ein Weltreich, das es nie gab. Die These ist schnell erzählt: Noch im 19. Jahrhundert soll es ein globales Imperium gegeben haben – technisch überlegen, architektonisch beeindruckend und heute vollständig aus der Geschichte gelöscht. Übrig geblieben seien nur seine Bauwerke. Die Städte, in denen wir leben, seien in Wahrheit Relikte dieser untergegangenen Zivilisation. Die Erzählung trägt den Namen „Tartaria“ und hat sich in den vergangenen Jahren vor allem im Internet verbreitet. Sie wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber nicht völlig abwegig. Alte Karten zeigen tatsächlich „Tartary“, historische Fotos wirken mitunter irritierend, und manche Gebäude erscheinen überraschend aufwendig für ihre Zeit. Genau hier setzt die Theorie an.
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Wie halogen ist E.T.?
Forscherinnen und Forscher der Universität Köln haben ein künstliches DNA-Basenpaar entwickelt, das nicht auf dem üblichen chemischen Prinzip beruht. Es geht in ihrer Arbeit nicht um Außerirdische. Und trotzdem lädt sie (mich zumindest) dazu ein, genau darüber einmal nachzudenken. Bisher hatten wir ein ziemlich klares Bild von DNA: Sie besteht aus vier Bausteinen, die sich paarweise verbinden. Diese Paare halten durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammen – das sind schwache chemische Kräfte, die wie winzige Magnete wirken. So entstehen die zwei Stränge der berühmten Doppelhelix. Dieses Bauprinzip galt lange als eine Art Grundregel des Lebens, zumindest so, wie wir es von der Erde kennen. Wenn über außerirdische Organismen spekuliert wurde, stellte man…

























